Die Strafverfolger teilten am Montag mit, die Entscheidung des Landgerichts München nicht mit einer Revision vor dem Bundesgerichtshof anzufechten. Damit wurde das Urteil nach Justizangaben rechtskräftig. Bis zum Haftbeginn sind es nun nur noch wenige Wochen, wie Sprecher des Gerichts und der Staatsanwaltschaft sagten.

Hoeneß wurde vergangene Woche zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, er gab daraufhin alle seine Ämter beim FC Bayern auf. Er kommt nun in die Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech 60 Kilometer westlich von München. Beide Seiten hätten gegenüber der Wirtschaftsstrafkammer den Verzicht auf Rechtsmittel erklärt, teilte das Gericht mit. Es will das Urteil nun schriftlich abfassen und dann die Prozessunterlagen an die Staatsanwaltschaft übergeben, die die so genannte Vollstreckung einleitet. Hoeneß bekomme dann eine "Ladung zum Strafantritt" mit der Aufforderung, sich zu einem bestimmten Termin in Landsberg einzufinden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der frühere Sportmanager hatte mit einem Schweizer Bankkonto über 28 Millionen Euro Steuern auf Spekulationsgewinne hinterzogen. Er hatte zwar versucht, mit einer Selbstanzeige beim Finanzamt eine Strafe abzuwenden, wie es das Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen vorsieht. Das Gericht ließ diese Logik jedoch nicht gelten, weil die Selbstanzeige unvollständig gewesen sei. Allerdings hielten die Richter Hoeneß zugute, dass er alles eingeräumt und sich im Grunde selbst verraten habe. Die Kammer blieben deswegen unter dem Strafmaß von fünfeinhalb Jahren, das die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. "Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich", hatte Hoeneß am Freitag erklärt.

Neuer Präsident des FC Bayern soll der bisherige Vizechef Karl Hopfner werden. Der Verwaltungsbeirat nominierte den 61-Jährigen nach Hoeneß' Rücktritt für die Wahl auf einer Mitgliederversammlung am 2. Mai. Hoeneß' Nachfolger als Aufsichtsratschef der Fußball-AG des Vereins wurde bereits Adidas -Chef Herbert Hainer. Der 59-Jährige, der sich mittelfristig auf einen Abschied aus der Adidas-Chefetage vorbereitet, soll den Bayern-Aufsichtsrat bis auf weiteres leiten. Adidas ist wie Audi und die Allianz Minderheitsaktionär der Fußballabteilung und einer der größten Sponsoren des Rekordmeisters.

Reuters