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Steuern auf Auslandsdividenden: Was Anleger wissen müssen

Steuern auf Auslandsdividenden: Was Anleger wissen müssen

WKN: 931020 ISIN: US7135693098 Per-Se Technologies Inc.

29.05.2017 12:30:00

Ausländische Aktien locken Anleger mit hohen Dividenden. Doch oft sorgen Quellensteuern für böse Überraschungen. Wer die Regeln kennt, spart nicht nur Zeit. Von Michael Schreiber und Brigitte Watermann



Zinsen? Viele Anleger haben den Begriff schon fast aus ihrem Vokabular gestrichen - und setzen stattdessen lieber auf Aktien mit auskömmlichen Dividenden. Dabei lohnt der Blick über die Grenzen, schließlich sitzen im Ausland etliche AGs, die hohe Dividenden offerieren. Doch wer die Steuerregeln nicht im Blick hat, kann ärgerliche Überraschungen erleben.



Denn es macht sich oft Ernüchterung breit, wenn die erste Dividendenabrechnung einer Auslands-AG eintrudelt. Bei grenzüberschreitend ausgezahlten Dividenden greift nämlich häufig nicht nur der deutsche Fiskus zu, sondern auch der ausländische Quellenstaat. Die Quellensteuer bekommt man oftmals nur mit Papierkrieg und Eigeninitiative zurück.


Fünf Fakten zur Quellensteuer



Erstens: In Deutschland werden ausländische Quellensteuern im Regelfall nur bis zur Höhe von 15 Prozent als Abschlag auf die fällige Abgeltungsteuer von 25 Prozent angerechnet. Damit sind Aktien aus solchen Ländern im Vorteil, die von Auslandsaktionären gar keine oder nur Quellensteuern bis maximal 15 Prozent verlangen.

Zweitens: Quellensteuern, die über 15 Prozent hinausgehen, müssen sich Deutsche vom Auslandsfikus in Eigenregie zurückholen. Wichtig dabei: Nicht zu lange warten, da die Ansprüche je nach Land binnen zwei bis vier Jahren ab Dividendenzahltag verjähren.

Drittens: Mancherorts lässt sich die Quellensteuer ohne fremde Hilfe zurückfordern. Andere Staaten, etwa Frankreich, akzeptieren Rückforderungsanträge nur, wenn sie über die Depotbank eingereicht werden. Dabei fallen zum Teil saftige Gebühren an. Das lohnt sich nur, wenn die Ausschüttung im Ausland recht üppig war.

Die Depotbank oder das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn (www.steuerliches-infocenter.de) halten für viele Staaten die Antragsformulare und Ausfüllhilfen bereit. Der Vordruck muss mit den Angaben über die Ausschüttung ausgefüllt und vom heimischen Finanzamt mit einer Wohnsitzbestätigung versehen werden, bevor er per Post an die ausländische Steuerbehörde geht.

Viertens: Ein Freistellungsauftrag verhindert den Abzug ausländischer Quellensteuern nicht. So zahlen auch deutsche Kleinsparer im Ausland Quellensteuern, obwohl ihre Kapitalerträge unterhalb des Sparerpauschbetrags von 801/1602 Euro (Ledige/Verheiratete) liegen und damit eigentlich steuerfrei bleiben sollen.

Fünftens: Übers Jahr angefallene, aber noch nicht angerechnete Quellensteuern trägt die Bank für den Sparer in einem eigenen Verrechnungstopf bis zum Jahresende vor, um sie mit seiner Steuerschuld auf spätere Kapitalerträge zu verrechnen. Am Jahresende ungenutzte Quellensteuer wird in der Steuerbescheinigung aufgeführt. Anleger können sie dann über die Steuererklärung mit den Erträgen bei einer anderen Bank verrechnen lassen. Geht das nicht, verfällt die Quellensteuer ungenutzt. Ein Übertrag ins nächste Jahr - wie bei Kursverlusten - ist hier nicht möglich.

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