UPS - LEIDER IST IHR BROWSER VERALTET!

Um zukunftsfähig zu sein, wurde unsere aktuelle Webseite für die neuesten Technologien entwickelt.
Daher können bei alten Browsern leider Probleme auftreten.
Damit die neue Börse-Online-Seite richtig funktioniert und Spaß macht, empfehlen wir Ihnen einen dieser aktuellen und kostenlosen Browser herunterzuladen:

STANDPUNKTE

Kostolany ist keine Einbahnstraße

15.02.2016 07:35:00

Die Buy-and-hold-Strategie des Altmeisters André Kostolany ist in turbulenten Börsenjahren nicht zwingend die beste Lösung, meint unser Gastautor Andreas Rapp.

von Andreas Rapp, Leiter des Private Banking bei Ellwanger & Geiger

Es hat ganz den Anschein, als würden sich die Turbulenzen des Januars in den nächsten Monaten fortsetzen. Die Nervosität unter den Anlegern ist angesichts schwelender Krisen wie der Schwäche der chinesischen Börse oder geopolitischer Unruhen groß - und die Zeichen stehen weiter auf Sturm. Gleichzeitig ergeben sich durch die Schwankungen für Anleger aber auch Gewinnchancen. Allerdings nur, wenn sie sich nicht blind auf eine der bekanntesten Börsenweisheiten verlassen: Denn die kostolanysche Schlaftablette, also Unternehmenstitel - sind sie einmal gekauft - viele Jahre unberührt im Depot liegen zu lassen, reicht nicht mehr, um die gewünschte Wirkung zu entfalten.

Stattdessen gilt: Es ist Aktivität gefragt. Das bedeutet keineswegs, dass Privatanleger ins Trading einsteigen sollten. Doch das Depot vollständig ruhen zu lassen ist 2016 keine lohnende Option. Der Grund: Schwankungsbreiten, die wir in der Vergangenheit in einem Monat gesehen haben, erleben wir heute an einem Tag. Und die extreme Volatilität wird sich in diesem Jahr fortschreiben, die Nervosität sehr groß bleiben. Dies betrifft auch die weiteren Entwicklungen in der EU-Schuldenkrise, das Referendum in Großbritannien über einen möglichen "Brexit", den ökonomischen Niedergang in einigen Schwellenländern, die Entwicklung der Rohstoffpreise oder politische Störfeuer im Zusammenhang mit ungelösten Krisen in Syrien oder der Ukraine. Pünktlich zum Jahresbeginn kamen zudem noch mehr politische Themen hinzu, wie die Verstimmung Europas gegenüber der Regierung in Polen oder die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, welche die Region Naher Osten weiter zu destabilisieren drohen.

Weil jedoch große Zinserhöhungen nicht in Sicht und Anlagealternativen Mangelware sind, bleiben Aktieninvestments grundsätzlich weiter attraktiv - wenn man sie richtig steuert. Dazu zählen Absicherungsmaßnahmen genauso wie einzelne Gewinnmitnahmen bei Ausschlägen nach oben. Wichtig ist zudem: Als Anleger gilt es, immer eine gewisse Barreserve vorzuhalten - idealerweise zwischen zehn und 15 Prozent -, um nach dem nächsten Rückschlag an den Märkten auch die Mittel für einen günstigen Einstieg in Unternehmenstitel oder Zukäufe zu haben.

Ein solcher taktisch geprägter Kauf und Verkauf von Aktienpositionen gewinnt in dem aktuellen Marktumfeld neben einer Buy-and-hold-Strategie à la Kostolany stark an Bedeutung. Wichtig: Hier haben auch mehrere Strategien nebeneinander Platz. Über allem stehen dabei unverändert ein langfristiger Anlagehorizont sowie die Prämisse der Diversifikation: Anleger sollten stets darauf achten, ihr Portfolio sowohl über Länder als auch über Branchen hinweg zu diversifizieren, um das Risiko zu streuen und sich gegen starke Schwankungen abzusichern.

Wer sich nicht zutraut, in dem Auf und Ab den richtigen Zeitpunkt für seine Investitionen zu finden, oder nicht über die nötigen liquiden Mittel verfügt, Aktieninvestments per Einzeltitelauswahl breit genug zu streuen, kann sein Investment in die Hände eines erfahrenen Vermögensverwalters legen. Für kleinere Summen eignet sich zudem ein aktiv gemanagter Fonds. Hier erkennt und nutzt ein professioneller Fondsmanager die Chancen eines volatilen Markts. Er kann auf neue Entwicklungen reagieren - im Gegensatz zu passiven Fonds. Zudem lässt sich mit aktiv gemanagten Fonds schnell ein global diversifiziertes Portfolio aufbauen.

Als Benchmark wird in der Regel ein Vergleichsindex wie der DAX herangezogen. Einen guten Fondsmanager erkennt man dabei allerdings nicht an der kurz-, sondern an der langfristigen Performance. Ein vorübergehendes Zurückbleiben hinter dem Gesamtmarkt ist noch kein Indiz für schlechtes Management. Entscheidend ist es, sich vor dem Kauf eines Produkts sorgfältig über Risiko- und Renditekennzahlen des jeweiligen Fonds zu informieren, um abzuwägen, ob das Depot zum eigenen Anlageprofil passt.

Andreas Rapp


Rapp verantwortet seit 2010 das Private Banking bei Ellwanger & Geiger Privatbankiers. Der Finanzexperte ist seit 2008 bei den Stuttgartern in der Vermögensverwaltung tätig. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Privatkunden- beratung. Die im Jahr 1912 gegründete Privatbank Ellwanger & Geiger ist auf Immobilien und Vermögensverwaltung für Privatkunden und institutionelle Investoren spezialisiert.

Weitere Links:


Bildquelle: Ellwanger & Geiger Privatbankiers

Indizes in diesem Artikel

DAX 10.147,46
-0,09%
pagehit