KOLUMNE

Robert Halver: Gold glänzt … im Verborgenen

Robert Halver: Gold glänzt … im Verborgenen
11.10.2017 03:50:00

Gold gilt als typische Krisenanlage. Und Krisen haben wir wie Sand am Meer. So schwelt geopolitisch der Konflikt des Westens mit Russland weiter, Nordkorea wird von einem Springteufel regiert und der arabische Raum ist ein Pulverfass. Und sowohl bei Trump als auch bei Putin oder Erdogan kommt mir nicht der Begriff Friedensengel, sondern eher Neandertaler in den Sinn.



Auch die geforderte Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien dient nicht der Krisenentspannung in Europa, das seine Euro-Krise zumindest eingedämmt zu haben schien. Weitere europäische Separationsbestrebungen sind nicht ausgeschlossen.



Früher Merkels, zukünftig Macrons Europa?



Auch die vielen Wangenküsschen des neuen französischen Staatspräsidenten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es selbst hinter der freundlichen Kulisse der deutsch-französischen Freundschaft brodelt. Macron will eine "Europäische Wirtschaftsregierung" mit gemeinsamen Bankeinlagensicherungen und länderübergreifenden Sozialkassen sowie einen mit vielen neuen Schulden klotzenden, nicht nur kleckernden Euro-Superfinanzminister. Mit seinem Messias-Image will er gegenüber dem germanischen Sparen punkten. Er weiß, dass französisches Geldausgeben fast überall in Europa beliebt ist. In Italien singt man bereits die "Marseillaise".


Macron glaubt, er habe gute Umsetzungschancen, weil Merkel-Deutschland wegen Trump, Putin, Erdogan und wegen Ungarn und Polen angeschlagen sei. Außerdem geht Berlin der stabilitätspolitische Waffenbruder Großbritannien von der Fahne. Schließlich weiß er: "Dieser Weg (nach Jamaika) wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer".

Damit sieht er die deutsche Polit-Stabilität und ihre jahrzehntelange Durchsetzungsfähigkeit im Vergleich zu seiner absoluten Parlamentsmehrheit in Frankreich geschwächt. Je mehr sich die Europa-politische Macht von Berlin weg und in Richtung Paris verschiebt, umso mehr bewegt sich die alte Stabilitäts- hin zur neuen Schuldenunion.

Übrigens, seit der Finanzkrise ab 2008 hat sich der Umfang der schon damals üppigen Staats- und auch privaten Verschuldung nicht ab-, sondern dramatisch aufgebaut. Kein Wunder, die Schnäppchen-Zinsen wirkten hierbei wie Backhefe auf den Kuchenteig.

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Bildquelle: Finanzen Verlag, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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