MARKTBERICHT

Anleger vor Bilanzsaison vorsichtig - Euro stützt Dax

Anleger vor Bilanzsaison vorsichtig - Euro stützt Dax

WKN: 855686 ISIN: US2546871060 Walt Disney

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21.11.2017 - 18:59
17.10.2017 14:30:00

Aus Furcht vor einer enttäuschenden Bilanzsaison haben Anleger Aktien am Dienstag nur mit spitzen Fingern angefasst. "Fallende Unternehmensgewinne oder ein schwaches Gesamtbild beim Ausblick wären für den Markt sicherlich ein Problem", sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. Die anhaltende Schwäche des Euro verhinderte allerdings Rücksetzer. Dax und EuroStoxx50 notierten jeweils kaum verändert bei 13.007 und 3610 Punkten.



Der Euro verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 1,1766 Dollar und machte damit Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger.



Dabei setzten Spekulationen auf eine härtere geldpolitische Gangart der US-Notenbank die europäische Gemeinschaftswährung unter Druck. Unter Börsianern gilt der Stanford-Ökonom John Taylor derzeit als Favorit für die Nachfolge von Fed-Chefin Janet Yellen, deren Amtszeit im kommenden Jahr ausläuft. Taylor wird als Befürworter einer strafferen Geldpolitik gesehen. "Die Fed-Vorsitzenden haben die US-Geldpolitik in der Vergangenheit oftmals stark geprägt", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Und ich würde Taylor zweifellos als einen Kandidaten einschätzen, der ebenfalls in dieses Muster fallen würde." Devisenanalyst Lee Hardman von der Bank Mitsubishi UFJ traut bei einer offiziellen Nominierung des Ökonomen dem Dollar einen Kurssprung von bis zu fünf Prozent zu.


Gleichzeitig wetteten Anleger darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) kommende Woche die Reduzierung ihrer Anleihekäufe auf 40 von 60 Milliarden Euro monatlich ankündigen wird, sagte Anlagestratege Orlando Green von der Bank Credit Agricole. Allerdings werde die Dauer der Käufe wohl verlängert. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf ein Fünf-Wochen-Tief von 0,356 Prozent.

KÄMPFE IM IRAK UND US-STREIT MIT IRAN VERTEUERN ROHÖL



Am Rohölmarkt trieb der Kampf um die nordirakische Ölfelder die Preise. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 58,24 Dollar je Barrel (159 Liter). Den Angaben zufolge vertrieb die irakische Regierung zwar die kurdischen Peschmerga aus den Ölfeldern der Region um die Stadt Krikuk. Bei länger anhaltenden Kämpfen drohe aber ein Produktionsausfall von bis zu 500.000 Barrel pro Tag, warnten die Analysten der US-Bank Goldman Sachs. Kopfschmerzen bereitete Investoren außerdem eine mögliche Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran. Während der Sanktionen vor der Einigung war iranisches Öl im Volumen von einer Million Barrel pro Tag vom Weltmarkt abgeschnitten.

AIRBUS NIMMT BOMBARDIER-FLIEGER UNTER SEINE FITTICHE



Bei den Unternehmen stand Airbus im Rampenlicht. Der europäische Flugzeugbauer hilft dem kanadischen Rivalen Bombardier bei Bau und Verkauf von dessen Mittelstrecken-Jets der C Serie. Die in Frankfurt notierten Airbus-Titel stiegen daraufhin um 6,7 Prozent, in Paris legten sie 2,7 Prozent zu.

Die Papiere von Danone waren mit 71 Euro zeitweise so teuer wie noch nie. Dank einer überraschend starken Nachfrage nach Babynahrung in China steigerte der "Aptamil"-Anbieter den Quartalsumsatz um 4,7 Prozent auf 6,45 Milliarden Euro. Der Anstieg falle größer aus als erwartet, schrieb Analyst Andreas von Arx von der Baader Helvea Bank.

In London stürzten die Titel von Merlin dagegen um 17,5 Prozent ab. Die Aktien des Betreibers des Wachsfigurenkabinetts "Madame Tussauds" steuerten damit auf den größten Tagesverlust der Firmengeschichte zu. Der nach Walt Disney weltweit zweitgrößte Freizeitpark-Betreiber senkte wegen der jüngsten Anschläge in London und wegen schlechten Wetters seine Gesamtjahresziele. "Man darf aber nicht vergessen, dass Merlin bei der globalen Expansion der 'Legoland'-Parks gerade einmal ein Drittel der Wegstrecke zurückgelegt hat", betonte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Außerdem könnten die geplanten "Peppa Pig"-Themenparks signifikante Zusatzeinnahmen bringen.

rtr

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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