MARKTBERICHT

Börsen auf Tauchstation - Bankaktien im freien Fall

Börsen auf Tauchstation - Bankaktien im freien Fall
11.02.2016 16:18:00

Immer mehr Anleger entziehen europäischen Banken das Vertrauen: Nach einer Serie von Hiobsbotschaften rauschten erneut die Finanzwerte in den Keller und rissen Dax & Co. mit in die Tiefe. Auch an der Wall Street in New York war die Stimmung am Donnerstag schlecht. Viele Investoren fürchten, dass die Weltwirtschaft ins Straucheln gerät, sich Kreditausfälle häufen und Banken deshalb Probleme bekommen.

Immer mehr Anleger entziehen europäischen Banken das Vertrauen: Nach einer Serie von Hiobsbotschaften rauschten erneut die Finanzwerte in den Keller und rissen Dax & Co. mit in die Tiefe. Auch an der Wall Street in New York war die Stimmung am Donnerstag schlecht. Viele Investoren fürchten, dass die Weltwirtschaft ins Straucheln gerät, sich Kreditausfälle häufen und Banken deshalb Probleme bekommen. "Es herrscht Panikstimmung an den Börsen", sagte Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets. "Investoren wollen nur noch raus aus Risikopapieren rein in sichere Häfen wie Gold und den japanischen Yen." Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble versuchte die Anleger zu beruhigen. Er sorge sich nicht um die Stabilität der Banken, sagte er in Brüssel. "Ich glaube, dass das ein Stück weit auch Marktübertreibungen sind."

An der Frankfurter Börse sackte der Dax bis zu 3,5 Prozent auf unter 8700 Punkte ab. Der EuroStoxx50 fiel zeitweise sogar um 4,2 Prozent und lag mit 2673 Zählern auf dem tiefsten Stand seit Juli 2013. Zur Eröffnung des US-Handels verloren Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bis zu 1,5 Prozent. Ein Ende der Talfahrt sei nicht in Sicht, warnte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. "Es bedarf einer ganzen Menge positiver Nachrichten und Notenbank-Hilfen, um die Stimmung zu drehen." Bei der Schweizer Großbank UBS gingen laut Händlern so viele Verkaufsaufträge ein wie seit fünfeinhalb Jahren nicht.





Mit einem Minus von 6,5 Prozent gehörte die Deutsche Bank zu den größten Verlierern in Europa. Damit hat das Geldhaus, das Ende Januar einen Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro bekanntgegeben hatte, binnen drei Wochen rund 30 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt. Im Sog der Deutschen Bank verbilligten sich Anteilsscheine der Commerzbank um 5,4 Prozent. Mit Enttäuschung reagierten Investoren auch auf die Quartalsergebnisse der französischen Großbank Societe Generale. Die Folge: ein Minus von 15 Prozent.



In Italien schreckte die Nachricht von einem dünner als erwarteten Finanzpolster der Ubi Banca die Anleger auf. An der Züricher Börse waren die Titel der Credit Suisse mit 12,23 Franken so billig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Parallel stieg der Preis für die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets von Verbindlichkeiten europäischer Banken gegen Zahlungsausfall auf 321.625 Euro. Damit waren diese sogenannten Credit Default Swaps (CDS) so teuer wie zuletzt vor drei Jahren.

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Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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