16.03.2016 09:34:00

Die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend und der große Verfallstag am Terminmarkt am Freitag (Hexensabbat) könnten stärkere Schwankungen im DAX auslösen. Dabei ist noch Luft nach oben, aber noch viel mehr nach unten.

von Andreas Büchler




Chart 1 - DAX im Intraday-Chart







Der DAX notiert derzeit eher am oberen Rand seines kurzfristig verfügbaren Potenzials, als am unteren: Die Kurse verlaufen rund 3,5 Prozent über ihrem Monatsdurchschnitt, Werte von 5 Prozent gelten als extrem, vereinzelt waren auch schon Abweichungen von 8 Prozent messbar, darauf können Anleger aber nicht mit hinreichend hoher Trefferquote wetten (blauer Indikator unter dem Tageschart). Auch der für Tagesschwankungs-Grenzen hilfreiche Prognose-Korridor im 1-Stunden-Chart (graue Fläche) zeigt maximal Spielraum bis an die 10.100er-Marke. Knapp darüber ist bei 10.120/10.170 auch eine Häufung von Wendepunkte erkennbar, die im Tageschart bis ins Vorjahr zurück reicht, also auch mittelfristige Bedeutung hat.

All dies bedeutet nicht, dass der Deutsche Aktienindex auf lange Sicht nicht weiter steigen kann. Kommt es zu einem Trendwechsel, ist sogar die 200-Tage-Linie bei aktuell knapp über 10.400 erreichbar. Doch kurz- bis mittelfristig ist das Potenzial auf die oben genannten Marken begrenzt, während das Absturzrisiko ungleich höher ist. Frühestens bei 9600 bildet der Monatsmittelpreis (blaue Kurve) zusammen mit mehreren Wendepunkten im 1-Stunden-Chart eine erste stärkere Unterstützung, an der es zu Kaufinteresse kommen dürfte. Davor existieren nur kleinere Unterstützungen, die mutige Anleger als Absicherung bei hochspekulativen Long-Positionen nutzen können. Sie werden nur im sehr fein aufgelösten 1-Minuten-Chart sichtbar, der Wendepunkte bei 9950, 9920 und 9890/9900 zeigt.

Der Chart beinhaltet sowohl börsliche (schwarz) als auch außerbörsliche DAX-Kurse (rot), denn nur wenn der komplette Handelszeitraum von 8:00 bis 22:00 Uhr abgedeckt ist, lässt sich eine zuverlässige Aussage über kurzfristige Unterstützungen treffen. Am Mittwoch wird der Großteil der erwarteten Schwankungen ebenfalls erst nach 19:00 Uhr zustande kommen, wenn die US-Notenbank sich zu Wort meldet. Die Volatilität dürfte nicht ganz so extrem ausfallen, wie sie am vergangenen Donnerstag durch die Europäische Zentralbank verursacht wurde, aber es ist mit starken Ausschlägen zu rechnen. Ein neuer nachhaltiger Trend dürfte sich sogar erst nach dem "Hexensabbat" an der Eurex kurz vor dem Wochenende ausbilden. Dort laufen Optionen und Futures auf Indizes und Aktien aus, was die Kurse kurzzeitig ebenfalls schwer vorhersagbar macht. Anleger sollten diese Termine abwarten, nur besonders Wagemutige versuchen vorher noch, das Restpotenzial des kurzfristigen Aufwärtstrends in Richtung der nächsten Hürden jenseits von 10.020 Punkten auszuloten.

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Bildquelle: Finanzen Verlag, privat

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