DAX-CHARTANALYSE

DAX: Hexensabbat bringt Markt durcheinander

DAX: Hexensabbat bringt Markt durcheinander
18.03.2016 09:30:00

Erfahrene Börsianer kennen die starken Schwankungen, die vier Mal im Jahr den DAX besonders schwer vorhersagbar machen. Heute ist es wieder einmal so weit, und schon davor begann das Beben.

von Andreas Büchler




Chart 1 - DAX im Intraday-Chart







Der große Verfallstag an den Terminbörsen - bekannt als Hexensabbat - steht vor der Tür. Heute, am dritten Freitag im März (sowie Juni, September und Dezember) laufen an den Terminbörsen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus. Diese Tage fallen statistisch mit einer besonders hohen Kursschwankungsbreite auf. Leider werden auch davor gültige Trends dadurch durchbrochen, ohne dass es im Anschluss aber zu einem Wechsel der ursprünglichen Bewegungsrichtung kommt. Anleger dürfen sich also nicht verunsichern lassen, falls charttechnische Marken durchbrochen werden.

Nachdem der DAX zuletzt bereits das Meiste seines kurzfristigen Aufwärtspotenzials ausgereizt hat, wurde es ohnehin Zeit, sich aus dem Markt zu verabschieden. Zuletzt waren die Kurse wieder um mehr als fünf Prozent über ihren Monatsdurchschnittswert gestiegen, was das weitere Potenzial häufig stark beschränkt und für eine bald einsetzende Atempause spricht (blauer Indikator unter dem Tageschart). Die zu vermutende hohe Volatilität heute müssen sich Anleger ohnehin nicht antun, zumal die Prognose der Richtung an Verfallstagen fast unmöglich ist, und es auch zu starken Ausschlägen auf beide Seiten gleichzeitig kommen kann - ähnlich den Erfahrungen, die noch in der Vorwoche bei der EZB-Sitzung zu machen waren.

Es empfiehlt sich, den Kursverlauf heute von der Seitenlinie aus zu beobachten, und nur bei ganz starken Bewegungen aktiv zu werden. Dazu würde beispielsweise ein Fall zurück an die Unterstützung und knapp darüber verlaufende 21-Tage-Linie bei 9600/9650 zählen, die aktuell die nächste charttechnische Kaufzone ausmachen. Dann könnten spekulative, kleine Long-Positionen spannend werden. Auf der Oberseite hingegen wird eine Wette auf fallende Notierungen erst dann attraktiv, wenn der Markt bis 10.120/10.170 explodiert, und damit erneut stark überhitzt wäre. Beide Szenarien sind vor dem Wochenausklang zwar möglich, aber doch wenig wahrscheinlich. Denn dazu müsste der DAX den mathematisch derzeit wahrscheinlichen Bewegungsspielraum voll ausnutzen, und an das jeweilige obere oder untere Ende des kurzfristigen Prognose-Korridors klettern (graue Fläche), der die voraussichtliche Schwankungsbreite für die kommenden Stunden abbildet.

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6

Weitere Links:


Bildquelle: Finanzen Verlag, privat

Indizes in diesem Artikel

DAX 10.405,54
-0,31%
eb.rexx Government Germany 5.5-7.5 Performance 226,37
-0,20%
pagehit