DAX-SCHLUSSBERICHT

Dax schließt nach EZB-Entscheid mit Verlusten

Dax schließt nach EZB-Entscheid mit Verlusten

WKN: 850628 ISIN: US46625H1005 JPMorgan Chase & Co.

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19.01.2018 - 18:54
14.12.2017 18:16:41

Der Dax (DAX 30) ist am Donnerstag nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) leichter aus dem Handel gegangen. Der Leitindex pendelte sich am Ende 0,44 Prozent...

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX 30) ist am Donnerstag nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) leichter aus dem Handel gegangen. Der Leitindex pendelte sich am Ende 0,44 Prozent tiefer ein und schloss bei 13 068,08 Punkten. Immerhin ging er damit erholt von seinem Tief bei knapp über 13 000 Punkten aus dem Handel. Sein Tageshoch von knapp 13 160 Punkten konnte er aber auch nicht verteidigen.

Die EZB hatte am Donnerstag eine Politik des weiterhin billigen Geldes signalisiert. Draghi betonte im Anschluss an den Zinsentscheid, eine "breite Unterstützung" durch die Geldpolitik sei weiterhin notwendig. In den Augen von Jochen Stanzl von CMC Markets hat er im Großen und Ganzen das abgeliefert, was sich der Markt versprochen habe - genauso wie am Vortag die Kollegen von der US-Notenbank Fed. Dem Dax mangelte es deshalb an den Impulsen, die ihm weiter nach oben verhelfen könnten.

Stanzl verwies darauf, dass sich damit nicht viel an der Marktverfassung geändert habe. Zwischen 12 954 und 13 211 Punkten erlebe der Dax weiterhin eine "richtungslose Schaukelbörse". Er zog daraus auch seine Schlüsse für den Großen Verfallstag an den Terminbörsen am Freitag. "Die niedrige Volatilität vor dem sogenannten Hexensabbat könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich Investoren mit dem Kursniveau von rund 13 000 Punkten ganz wohl fühlen", so der Experte.

Auch für die Indizes aus der zweiten deutschen Börsenreihe waren die Vorzeichen negativ. Der MDAX fiel um 0,43 Prozent auf 26 071,02 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDAX schloss aber nur denkbar knapp mit 0,01 Prozent im Minus bei 2535,83 Punkten.

Unter den Einzelwerten konnte der deutsche Versorgersektor seine jüngsten Turbulenzen am Donnerstag nicht abhaken. Der Ausverkauf bei den Papieren von RWE und seiner Ökostromtochter Innogy (innogy SE) setzte sich mit Abgaben von rund 4,4 und 5,7 Prozent ungebrochen fort, nachdem beide am Vortag wegen einer Gewinnwarnung von Innogy schon um 13 Prozent eingebrochen waren. Die französische Bank Societe Generale gab daraufhin am Donnerstag ihre bisherige Kaufempfehlung für die RWE-Papiere auf.

Im MDax jedoch standen die Fraport-Aktien (Fraport) mit einem Plus von fast 2 Prozent auf etwa 89 Euro positiv im Anlegerfokus. Erstmals in ihrer Geschichte hatten sie zwischenzeitlich etwas mehr als 90 Euro gekostet. Die US-Bank JPMorgan hält die operative Entwicklung des Flughafenbetreibers für aussichtsreich und sieht für die im Branchenvergleich attraktiv bewerteten Papiere noch Luft nach oben.

Zum Spitzenreiter im MDax mauserten sich aber die Aurubis-Aktien, die um mehr als 3 Prozent stiegen und so ihre Vortagsverluste wieder mehr als aufholten. Nach einer näheren Betrachtung des am Mittwoch noch enttäuschend aufgefassten Ausblicks äußerten sich nun einige Analysten durchaus positiv zu den Aussichten des Kupferkonzerns.

Die von einem Bilanzskandal geplagten Steinhoff-Aktien wurden mit einem Abschlag von 13 Prozent weiter kräftig durchgeschüttelt. Die Krise des Möbelherstellers verschärft sich: Bei der Überprüfung der Finanzkennzahlen für 2017 stellte sich nach Angaben des Unternehmens heraus, dass die gleichen problematischen Bilanzthemen schon 2016 relevant gewesen waren.

Für den EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) ging es sogar noch etwas deutlicher bergab als beim Dax. Der Leitindex der Eurozone fiel am Ende um 0,71 Prozent auf 3556,22 Punkte. In Paris und London schlossen die jeweiligen Leitindex mit ähnlich großen Verlusten. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) stand zum Börsenschluss in Europa knapp im Plus.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg knapp um 0,01 Prozent auf 141,48 Punkte. Der Bund-Future stand zuletzt kaum verändert bei 163,32 Punkten. Der Euro litt unter der weiterhin lockeren Geldpolitik der EZB. Zuletzt wurden 1,1774 Dollar für ihn bezahlt. Vor dem Zinsentscheid hatte die Notenbank den Referenzkurs noch auf 1,1845 (Mittwoch: 1,1736) US-Dollar festgesetzt./tih/zb

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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