WTI

01.02.2016 07:34:00

Wochenausblick

Keine Entwarnung für Dax-Anleger - Nervosität bleibt


"Auf und nieder, immer wieder" - das in der Faschingszeit gern gespielte Schunkellied dürfte am deutschen Aktienmarkt als Motto in der kommenden Woche gut passen. Zwar konnte sich der Dax nach dem Fehlstart ins neue Jahr zuletzt etwas stabilisieren. Doch die Nervosität der Anleger bleibt wegen Konjunktursorgen und der Furcht vor weiteren Turbulenzen an den chinesischen Börsen und beim Ölpreis hoch.

"Auf und nieder, immer wieder" - das in der Faschingszeit gern gespielte Schunkellied dürfte am deutschen Aktienmarkt als Motto in der kommenden Woche gut passen. Zwar konnte sich der Dax nach dem Fehlstart ins neue Jahr zuletzt etwas stabilisieren. Doch die Nervosität der Anleger bleibt wegen Konjunktursorgen und der Furcht vor weiteren Turbulenzen an den chinesischen Börsen und beim Ölpreis hoch.

"Eine Erholung ist nicht in Sicht, es stehen weiter starke Kursschwankungen bevor", sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Der Dax legte im Januar mit einem Minus von knapp neun Prozent einen der schlechtesten Jahresstarts seiner Geschichte hin. Den letzten Handelstag des Monats beendete der Leitindex allerdings mit einem Plus von 1,6 Prozent und die letzte Handelswoche mit einem leichten Aufschlag von 0,3 Prozent.

Für den Auftrieb sorgte vor allem die Hoffnung auf weitere Geldspritzen der Notenbanken. Am Freitag senkte die Bank von Japan (BoJ) den Einlagenzins auf minus 0,1 Prozent. Börsianer gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im März bereits nachlegen wird. "Die Zentralbanken stehen parat, aber das ist nicht die solideste Stütze für den Aktienmarkt", sagt Basse.

Dennoch zeige die Geldflut ihre Wirkung, erklärt Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. "Wer auf einen kräftig fallenden Aktienmarkt setzt, hat von nun an die japanische und europäische Zentralbank gegen sich." Das sei ein Kampf gegen Windmühlen. "Und an den Märkten will niemand Don Quijote sein."

US-ARBEITSMARKTDATEN IM FOKUS



Eindeutig im Mittelpunkt steht für die Marktteilnehmer aber die Zinspolitik in den Vereinigten Staaten. Nach den zuletzt vorsichtigeren Tönen von Fed-Chefin Janet Yellen zum Thema Konjunktur sei eine baldige weitere Zinsanhebung wieder weniger wahrscheinlicher geworden, kommentieren die Analysten von Unicredit. Alle Optionen - inklusive einer Erhöhung im März - blieben aber auf dem Tisch.

Deswegen schauen die Anleger vor allem auf die Konjunkturdaten der weltgrößten Volkswirtschaft. Am Montag steht der ISM-Index ins Haus. Experten rechnen im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 48,5 Punkte. Am Freitag folgt der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht für Januar. Von Reuters befragte Experten rechnen im Schnitt mit 210.000 neuen Stellen. Anleger schauen aber auch genau auf die Entwicklung der Arbeitslosenquote und der Stundenlöhne. "Hier gibt es Potenzial für starke Kursschwankungen, wenn die Daten nicht eindeutig ausfallen", sagt Basse.

Am Donnerstag wird es in Großbritannien spannend, wenn die Bank of England ihren Inflationsbericht und Zinsentscheid bekanntgibt. Experten gehen nicht davon aus, dass die Briten an den Leitzinsen schrauben. Am Montag stehen zudem aus China die Einkaufsmanagerindizes Industrie und Dienstleistungen ins Haus.

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Bildquelle: Wolfgang Kriegbaum

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