MARKTBERICHT

Ölpreis zieht Europas Börsen mit - Pfund bricht ein

Ölpreis zieht Europas Börsen mit - Pfund bricht ein
22.02.2016 15:14:00

Die Stabilisierung der Ölpreise hat am Montag die Anleger an die europäischen Aktienmärkte gelockt. Zudem stützten Spekulationen, dass die EZB schon im März den Geldhahn wieder weiter aufdrehen wird. Der Dax stieg bis zum Nachmittag um zwei Prozent auf 9581 Punkte. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls gut zwei Prozent auf 2932 Zähler.

Die Stabilisierung der Ölpreise hat am Montag die Anleger an die europäischen Aktienmärkte gelockt. Zudem stützten Spekulationen, dass die EZB schon im März den Geldhahn wieder weiter aufdrehen wird. Der Dax stieg bis zum Nachmittag um zwei Prozent auf 9581 Punkte. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls gut zwei Prozent auf 2932 Zähler. Für die Wall Street signalisierten die US-Futures zur Eröffnung ein Plus von rund einem Prozent. Am Devisenmarkt drückte dagegen der Wechsel des populären Londoner Bürgermeisters Boris Johnson ins Lager der "Brexit"-Befürworter das Pfund Sterling zum Dollar um 2,4 Prozent auf ein Sieben-Jahres-Tief von 1,4059 Dollar.

Am Aktienmarkt spielten die "Brexit"-Spekulationen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Ein Anstieg des Preises für Öl aus der Nordsee um 5,6 Prozent auf 34,70 Dollar dämpfte dagegen die Befürchtungen, dass durch Kreditausfälle von Ölfirmen auch Banken in die Bredouille geraten könnten. So zählten mit Kursgewinnen von drei bis fast sechs Prozent Unicredit und Deutsche Bank zu den größten Gewinnern im EuroStoxx50. Die Ölpreise profitierten vor allem von Aussagen der Internationale Energieagentur (IEA), wonach die US-Förderung von Schiefer-Öl 2016 und 2017 unter dem Druck des Preiskampfes sinken wird.

DAX MACHT VERLUSTE VOM FEBRUAR FAST WETT



Doch Europas Börsen wurden auch von enttäuschenden Konjunkturdaten gestützt. "Denn in diesem Umfeld sind schlechte Nachrichten oft gute Nachrichten", erklärte ein Händler mit Blick auf die EZB. Die Notenbanker stehen für die Sitzung im März ohnehin bereits Gewehr bei Fuß, da die Inflation aufgrund der niedrigen Ölpreise weiter gering ist. "Wenn jetzt auch die Konjunktur stottert, dann werden sie in jedem Fall eingreifen", sagte ein Börsianer. Die vom Markit-Institut berechneten Einkaufsmanager-Indizes für Industrie und Dienstleister signalisierte für Februar, dass der Aufschwung in der Euro-Zone an Kraft verliert.

Die Aktien standen somit wieder höher im Kurs. Der Dax erreichte seinen Stand von Anfang Februar. Die Spekulationen über Probleme im Bankensektor als indirekte Folge des Ölpreisverfalls hatten den Dax Mitte des Monats bis auf rund 8700 Punkte gedrückt - den niedrigsten Stand seit Oktober 2014.

"BREXIT"-BEFÜRWORTER FINDEN GALLIONSFIGUR



Am Devisenmarkt reagierten die Anleger mit Verkäufen des Pfund Sterlings auf die an Fahrt gewinnende Diskussion um einen Austritt Großbritanniens aus der EU. Die Wetten auf eine weitere Abwertung der britischen Währung innerhalb der kommenden sechs Monate kletterten auf ein Rekordhoch. "Die Austritts-Befürworter hatten Schwierigkeiten, eine populäre Führungsfigur zu finden", sagte Anlagestratege Alvin Tan von der Societe Generale (SocGen). "Boris beschert ihnen Rückenwind." Es gebe die echte Besorgnis, dass Großbritannien beim Referendum am 23. Juni für einen Austritt stimmen werde. Am Aktienmarkt gab man sich aber gelassen: Der "Footsie" stieg um 1,4 Prozent.

Unter den Einzelwerten stachen im Dax E.ON und RWE mit Kursgewinnen von je mehr als sieben Prozent hervor. Schon vor Bekanntwerden eines Entwurfs des Abschlussberichts der Atomkommission waren die Versorger auf Erholungskurs gegangen. Die Regierungskommission zu den Atom-Altlasten will nun die AKW-Betreiber vor den mittel- und langfristigen Kostenrisiken schützen.

Im MDax fielen Leoni um 4,7 Prozent. Der Autozulieferer verprellte mit einem schwachen Jahresausblick die Aktionäre. An der Londoner Börse brachen HSBC um 5,4 Prozent ein. Die britische Großbank verfehlte mit einem Vorsteuergewinn von 18,87 Milliarden Dollar die Analystenerwartungen deutlich.

Reuters

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters

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