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Goldpreis-Entwicklung: Was führende Experten für 2017 erwarten, Teil II

Goldpreis-Entwicklung: Was führende Experten für 2017 erwarten, Teil II

WKN: 508810 ISIN: DE0005088108 Baader Bank AG

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23.10.2017 - 15:36
18.01.2017 02:30:00

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Dr. Thorsten Polleit, Polleit & Riechert, Investment Management: "Gold ist das bessere Geld"





Der Goldpreis ist zuletzt arg unter Druck gekommen. Wie erklären Sie sich die jüngste Talfahrt?



Sicherlich spielen die steigenden US-Zinsen eine bedeutsame Rolle: Steigen die Zinsen, steigen die Opportunitätskosten der Goldhaltung. Die Goldnachfrage nimmt ab, und das drückt den Preis des gelben Metalls. Zudem ist es den Zentralbanken gelungen, die Kreditausfallsorgen auf den Finanzmärkten zu vertreiben und gleichzeitig die Inflationserwartungen in Schach zu halten. Auch das hat die Goldnachfrage zu Absicherungszwecken gedämpft.

Weltweit gibt es aber mehrere Krisenherde. Viele Beobachter rechnen etwa mit einer Wiederkehr der Euro-Krise, nach dem Referendum in Italien wächst erneut die Skepsis über den Fortbestand der EU. Gold ist ein klassischer Zufluchtshafen in Krisenzeiten. Sollte der Goldpreis in einem solchen Umfeld nicht zulegen?



Wie gesagt, in den letzten Monaten hat sich die Lage auf den Finanzmärkten entspannt, es herrscht keine Panikstimmung. Der Grund dafür sind die weitreichenden Markteingriffe der Zentralbanken. Es aber nur eine Frage der Zeit, bis die Probleme sich bemerkbar machen. Das sollte dann einhergehen mit einem verstärkten Interesse am Gold.

Es wird keine wirkliche Normalisierung der Zinsen geben - weder in den USA noch im Euroraum."
Der langjährige Chef-Ökonom der Degussa Goldhandel, Thorsten Polleit, glaubt nicht an eine grundlegende Zinswende.


In den USA verdichten sich die Hinweise auf weitere Zinserhöhungen 2017. Wie könnte sich eine solche geldpolitische Normalisierung auf den Goldpreis auswirken?



Ich vermute, dass es keine wirkliche Normalisierung der Zinsen geben wird. Weder in den USA noch im Euroraum. Die Zinsen werden nach wie vor recht niedrig bleiben. Hebt die Fed ist Zinsen weiter an, könnte das kurzfristig den Goldpreis belasten.

Welche Anlageklasse sollten Goldanleger bevorzugen: Goldminenaktien, Fonds, ETFs, Derivate oder physisches Gold?



Das sind alles ganz unterschiedliche Dinge, die Sie hier aufführen. Gold ist eine Währung, Goldminenaktien sind Unternehmensbeteiligungen. Wer meine Sicht teilt, dass Gold als Währung zu betrachten ist, und wer Gold als Versicherung seines Portfolios einsetzen will, der sollte Gold in physischer Form erwerben. Bei Goldminenaktien bin ich grundsätzlich zurückhaltend. Das liegt daran, dass es schwierig ist, ihre Gewinnmöglichkeiten verlässlich abzuschätzen.

Wie hoch sollte der Anteil von Gold im Depot sein?



Eine Daumenregel gibt es nicht. Es hängt vielmehr davon ab, welche alternativen Renditeerwartungen der Investor hat, welche Risikoneigung er hat, und natürlich davon, ob der Goldpreis angemessen ist.

Wo steht der Goldpreis Ende 2017?



Ich denke nicht viel darüber nach, wo genau der Goldpreis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt stehen wird. Ich meine, dass lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Meine Überlegung ist vielmehr die, dass das ungedeckte Papiergeld entwertet wird, nicht aber das Gold. Es ist das bessere Geld.

Auf Seite 3: Robert Halver Kapitalmarktexperte der Baader Bank





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Bildquelle: Shannon Stapleton/Reuters, Polleit & Riechert , Finanzen Verlag

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