ZEITGEIST

Gold - Sicherheit mit Tradition

Gold - Sicherheit mit Tradition

WKN: 891041 ISIN: US5249081002 Lehman Brothers Holdings Inc.

04.07.2017 04:20:00

Zunächst klingt es wie ein Widerspruch. Gold als ältestes Investment aller Zeiten soll rund 2000 Jahre später ein Zeitgeist sein. Geht es allerdings um die Funktionen Werterhalt und Sicherheit, hat das Edelmetall seit dem Römischen Reich nichts eingebüßt. Und wenn wir eines sicher wissen, dann, dass an den Finanzmärkten eben gerade nichts sicher ist. Und wird die See wie gerade jetzt rauer, ist es in der Regel ratsam, einen sicheren Hafen anzusteuern. Von Werthstein



Als der Goldpreis im September 2011 sein vorläufiges Hoch erreichte, sprach sich die Investorengemeinde fast unisono für eine Fortsetzung der Rally aus. Nun, 700 US-Dollar tiefer, wurde der Abgesang auf Gold angestimmt. "Gold fällt unter 1.000 US-Dollar" - Investmenthäuser und Rohstoff-Experten haben zu diesem Thema ihren Konsens gefunden. Was der wert ist, wird sich zeigen.


Ausgeschlossen ist nichts, denn der Goldpreis kann kurzfristig sehr stark schwanken. 2014 fiel der Preis innerhalb von nur wenigen Wochen um mehr als 20 Prozent. Langfristig allerdings kann Gold die gewünschte Diversifikation in ein Portfolio bringen, da es sich oft anders verhält als andere Geldanlagen wie Aktien und Anleihen.

Vor einem Jahrzehnt kostete die Feinunze Gold noch weniger als 1.000 US-Dollar, startete dann eine außergewöhnliche Rally bis auf das Hoch von über 1.900 US-Dollar im August 2011. Verantwortlich dafür waren drei Faktoren: Erstens die Ängste vor einem Zusammenbruch des Bankensystems nach der Pleite der Investment Bank Lehman Brothers, die eine Finanzkrise auslöste.

In Folge geriet die Eurozone in existenzielle Schwierigkeiten, woraus der zweite Faktor resultierte: Rund um den Globus senkten die Notenbanken die Zinsen. Das machte die Einlagen der Sparer im Vergleich zu Gold unattraktiv. Und drittens stiegen die Energiepreise, was die Kosten für die Goldproduktion in den Minen erhöhte.

Genau die drei Faktoren waren es dann auch, die sich seit 2011 in die genau andere Richtung entwickelten. Die Sorgen über einen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems gingen zurück, auch weil sich vor allem die US-Banken wieder in ruhigeres Fahrwasser zurück bewegten.



Im Sommer 2012 versprach der Präsident der Europäischen Zentralbank mit den historischen Worten "Whatever it takes…" alles notwendige für den Euro zu tun, um diesen Worten Taten in Form von Billionen schweren Anleihekaufprogramme folgen zu lassen. Wenn auch nur sehr langsam, setzte 2013 eine Trendwende bei den US-Zinsen ein. Ein Jahr später brach dann der Ölpreis zusammen, was letztendlich den Goldpreis bis Ende 2015 wieder zurück auf knapp 1.100 US-Dollar beförderte.



Auf Seite 2: Ende des Bärenmarktes



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Bildquelle: Yuriko Nakao/Reuters, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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