13.01.2016 17:11:59

Fallende Ölpreise ziehen Aktienmärkte nach unten


Frankfurt (Reuters) - Der weiterhin hohe Ölbestand in den USA hat am Mittwoch zeitweise die Ölpreise wieder in den Keller geschickt.

Nordseeöl der Sorte Brent rutschte um 1,8 Prozent auf 30,32 Dollar je Barrel (159 Liter) ab und notierte damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,1 Prozent auf 30,10 Dollar, womit es nur noch leicht über dem am Vortag erreichten Zwölf-Jahres-Tief von 29,93 Dollar lag. Vor der Veröffentlichung der Daten hatten beide Notierungen über zwei Prozent im Plus gelegen. Dies belastete auch die Aktienkurse weltweit: Der Dax rutschte um 0,6 Prozent auf 9930 Zähler ab, der Dow-Jones- und der S&P500-Index verloren je 0,4 Prozent.

Am Morgen hatte der Dax noch bis zu 1,8 Prozent zugelegt und über der psychologisch wichtigen 10.000-Punkte-Marke notiert. Doch blieben viele Anleger skeptisch. Sie fürchten, dass der Preisverfall bei den Rohstoffen ein schlechtes Konjunktursignal ist. Auslöser der andauernden Talfahrt der Ölpreise ist das hohe Überangebot. Obwohl die Preise seit Sommer 2014 quasi im freien Fall sind - im Juli 2014 hatte Brent noch bei 115 Dollar gelegen - halten sich die US-Bestände auf hohem Niveau. Dem US-Energieministerium zufolge stiegen die Öl-Bestände in der Vorwoche zwar weniger stark als von vielen Analysten erwartet. Doch hatte der Branchenverband API am Vorabend sogar einen deutlichen Rückgang prognostiziert. "Die Lagerdaten haben die Preise durch die Bank belastet", sagte ein Händler.

Nachfolgend die vom US-Energieministerium (EIA) ermittelten US-Öllagerbestände vom Mittwoch. Alle Angaben in Millionen Barrel (159 Liter):

Erdöl Bestand Veränderung

Angaben in Mio. Barrel aktuell offiziell Prognose

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Rohöl 482,558 +0,234 +2,504

Benzin 240,434 +8,438 +2,703

Destillate 165,554 +6,136 +1,980

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