Doch ganz so einfach ist das Bild nicht. Der Crash an den Finanzmärkten nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 erschütterte auch die These von der Entkopplung der Rohstoffe. Denn im Einklang mit den Finanzmärkten bröckelten ebenso die Preise vieler Grundgüter. Beim jüngsten Ausverkauf an den Börsen seit August knickten die Kurse großer Rohstoffbarometer wie des Standard & Poor's GSCI, des
Dow Jones-UBS Commodity Index oder des CRB Index ein.
Zahlen der
Deutschen Bank zeigen: Über die vergangenen zwei Monate gesehen ist der Gleichlauf zwischen Aktienbarometern wie dem US-Auswahlindex
S&P 500 zum Rohstoffindex GSCI durchaus groß. Demnach beträgt die sogenannte Korrelation zwischen S&P 500 und GSCI 0,63. Ein Wert von eins steht für exakten Gleichlauf, null bedeutet eine vollständige Entkopplung. Eine negative Kennzahl deutet auf eine gegensätzliche Entwicklung hin. Zum Vergleich: Die Standardmesslatte für europäische Unternehmensanleihen, der iBoxx Euro Corporates Index, korreliert zum US-Aktienbarometer nur mit dem Wert 0,47.
In Phasen von Finanzmarktturbulenzen ist der Zusammenhang besonders groß, stellt Joëlle Miffre in einer Studie fest. Die Finanzprofessorin an der französischen EDHEC Business School folgert daher: "Eine Reduzierung von Risiken durch eine Streuung in Rohstoffbarometer greift dann am wenigsten, wenn sie am dringendsten nötig ist, nämlich bei Kurseinbrüchen am Aktienmarkt."
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