Rohstoffe & ETCs

Hohes Risiko Die Tücken des Rohstoffhandels

[15:27, 18.11.11]

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Gold, Kupfer und Öl gelten als ideale Beimischung für das Portfolio in stürmischen Börsenzeiten. Doch gerade dann bergen sie auch höhere Risiken - und können an Wert verlieren.


Gold
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
Array
Aktueller Kurs
1.555,05 $
Veränd. z. Vortag
-0,41 %

Jim Rogers wischt sich mit der Hand übers Gesicht und blinzelt in die Strahlen der Herbstsonne, die in die Suite eines Frankfurter Edelhotels fallen. Fast scheint es, als wollte der Starinvestor mit einem Handstreich Sorgen und Müdigkeit wegwischen. Die Wirtschaftslage bereitet dem bekennenden Rohstoffinvestor schlaflose Nächte. "Wir haben Notenbanker, die nichts anderes verstehen als Geld zu drucken", schimpft Rogers. "Wir bezahlen bereits den Preis dafür, und wir werden einen noch viel höheren Preis bezahlen." Die Inflation werde dramatisch zulegen, weitere Regierungen und ganz Nationen ins Wanken geraten. Einen Ausweg für Investoren aus dieser düsteren Lage sieht Rogers in  Gold,  Kupfer oder Öl.

Viele Anleger folgen dem Rat von Rogers. Verunsichert von der Schuldenkrise in Europa und der Schwäche westlicher Industrienationen suchen Sparer Zuflucht in handfesten Werten. Die Idee dahinter: Die Preisentwicklung bei Rohstoffen gilt als entkoppelt von den Auf- und Abwärtsbewegungen des Aktienparketts. Ein Investment in  Platin,  Aluminium und Co. bietet eine breitere Streuung von Risiken in einem Depot - in der Fachsprache Diversifikation genannt. In der Finanzwelt werden Rohstoffe daher als neue Anlageklasse gefeiert.

Kupfer
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
Array
Aktueller Kurs
7.662,00 $
Veränd. z. Vortag
0,42 %

Doch ganz so einfach ist das Bild nicht. Der Crash an den Finanzmärkten nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 erschütterte auch die These von der Entkopplung der Rohstoffe. Denn im Einklang mit den Finanzmärkten bröckelten ebenso die Preise vieler Grundgüter. Beim jüngsten Ausverkauf an den Börsen seit August knickten die Kurse großer Rohstoffbarometer wie des Standard & Poor's GSCI, des  Dow Jones-UBS Commodity Index oder des CRB Index ein.

Zahlen der  Deutschen Bank zeigen: Über die vergangenen zwei Monate gesehen ist der Gleichlauf zwischen Aktienbarometern wie dem US-Auswahlindex  S&P 500 zum Rohstoffindex GSCI durchaus groß. Demnach beträgt die sogenannte Korrelation zwischen S&P 500 und GSCI 0,63. Ein Wert von eins steht für exakten Gleichlauf, null bedeutet eine vollständige Entkopplung. Eine negative Kennzahl deutet auf eine gegensätzliche Entwicklung hin. Zum Vergleich: Die Standardmesslatte für europäische Unternehmensanleihen, der iBoxx Euro Corporates Index, korreliert zum US-Aktienbarometer nur mit dem Wert 0,47.

In Phasen von Finanzmarktturbulenzen ist der Zusammenhang besonders groß, stellt Joëlle Miffre in einer Studie fest. Die Finanzprofessorin an der französischen EDHEC Business School folgert daher: "Eine Reduzierung von Risiken durch eine Streuung in Rohstoffbarometer greift dann am wenigsten, wenn sie am dringendsten nötig ist, nämlich bei Kurseinbrüchen am Aktienmarkt."


 

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