Rohstoffbarometer

Rohstoffbarometer Beschaulicher Jahreswechsel

[10:00, 21.12.11]


Kartelle stehen gemeinhin nicht im Verdacht, besonders verbraucherfreundlich zu sein. Schon gar nicht, wenn es um so kostbare Güter wie Kraftstoffe oder Heizöl geht.


Mit der jüngst beschlossenen Erhöhung der Förderquoten – der ersten seit drei Jahren – könnte die Organisation Erdöl exportierender Staaten (kurz: Opec) Autofahrern und Unternehmen einen Riesengefallen getan haben. Dass sich die Kartellmitglieder trotz der schwächelnden Weltkonjunktur für eine Quotenexpansion entschieden haben, wurde am Ölmarkt unmittelbar mit saftigen Preisrückgängen quittiert.

Beobachter überrascht das kaum. "Rohöl war von der Sommerkorrektur fast vollständig verschont geblieben", sagt Axel Herlinghaus von der DZ Bank. Kurzfristig könne der Abschwung noch in Richtung 90 Dollar fortdauern. "Der fundamental vorgezeichnete Preispfad kann jedoch rasch Makulatur werden, sofern die Situation rund um das iranische Atomprogramm die Exporte des zweitgrößten Produzenten der Opec tangieren sollte", ergänzt Herlinghaus. Andernorts geht es deutlich gemächlicher zu. "An den globalen Rohstoffmärkten ist zum Ende eines turbulenten Jahres eine gewisse Krisenmüdigkeit zu spüren", stellt Frank Schallenberger von der LBBW fest. "Wegen der Wachstumsverlangsamung wird sich die Rohstoffnachfrage in den kommenden Monaten eher verhalten entwickeln", bestätigt Klaus Schrüfer von der Santander Bank. Die Akteure, so Schallenberger, verfolgten das Geschehen momentan von der Seitenlinie aus und warteten auf frische Impulse "wie eine stärkere geldpolitische Lockerung in China oder eine Wende bei den Konjunkturfrühindikatoren".

Echte Chancen auf baldige Preissteigerungen sehen Beobachter insbesondere bei Basismetallen. "Hier sollte die Korrekturbewegung weitgehend abgeschlossen sein", meint Herlinghaus. Großes Potenzial räumt er Kupfer ein. "Die Kombination aus taktischen Lageraufstockungen in China sowie angebotsseitigen Störungen sollte 2012 die Preise steigen lassen."



 


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