Kartelle stehen gemeinhin nicht im Verdacht, besonders verbraucherfreundlich zu sein. Schon gar nicht, wenn es um so kostbare Güter wie Kraftstoffe oder Heizöl geht.
Mit der jüngst beschlossenen
Erhöhung der Förderquoten
– der ersten seit drei Jahren – könnte die
Organisation Erdöl exportierender Staaten
(kurz: Opec) Autofahrern und Unternehmen
einen Riesengefallen getan haben.
Dass sich die Kartellmitglieder trotz der
schwächelnden Weltkonjunktur für eine
Quotenexpansion entschieden haben,
wurde am Ölmarkt unmittelbar mit saftigen
Preisrückgängen quittiert.
Beobachter überrascht das kaum. "Rohöl
war von der Sommerkorrektur fast vollständig
verschont geblieben", sagt Axel Herlinghaus
von der DZ Bank. Kurzfristig könne der
Abschwung noch in Richtung 90 Dollar
fortdauern. "Der fundamental vorgezeichnete
Preispfad kann jedoch rasch Makulatur
werden, sofern die Situation rund um das
iranische Atomprogramm die Exporte des
zweitgrößten Produzenten der Opec tangieren
sollte", ergänzt Herlinghaus. Andernorts
geht es deutlich gemächlicher zu.
"An den globalen Rohstoffmärkten ist zum
Ende eines turbulenten Jahres eine gewisse
Krisenmüdigkeit zu spüren", stellt Frank
Schallenberger von der LBBW fest. "Wegen
der Wachstumsverlangsamung wird sich
die Rohstoffnachfrage in den kommenden
Monaten eher verhalten entwickeln", bestätigt
Klaus Schrüfer von der Santander Bank.
Die Akteure, so Schallenberger, verfolgten
das Geschehen momentan von der Seitenlinie
aus und warteten auf frische Impulse
"wie eine stärkere geldpolitische Lockerung
in China oder eine Wende bei den Konjunkturfrühindikatoren".
Echte Chancen auf baldige Preissteigerungen
sehen Beobachter insbesondere bei
Basismetallen. "Hier sollte die Korrekturbewegung
weitgehend abgeschlossen sein",
meint Herlinghaus. Großes Potenzial
räumt er Kupfer ein. "Die Kombination aus
taktischen Lageraufstockungen in China
sowie angebotsseitigen Störungen sollte
2012 die Preise steigen lassen."
Den Beitrag können Sie im neuen Heft von BÖRSE ONLINE, Nr. 52/11, lesen.
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