Rohstoffbarometer

Rohstoffbarometer Öl notiert mit Unsicherheitsprämie

[10:28, 25.01.12]


Besser als erwartet fiel das Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal in China aus.


Und da das Reich der Mitte der weltgrößte Metallverbraucher ist, schob das die Preise für Industriemetalle an. Denn nun rechnen Anleger nicht mit einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft. Außerdem erwarten viele Marktbeobachter eine lockere Geldpolitik der chinesischen Notenbank, um damit die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln. „Es dürfte zwar zu einer kurzfristigen Nachfrageschwäche durch das chinesische Neujahrsfest kommen, aber wir erwarten kein Hard Landing in China“, meint beispielsweise Ralf Müller-Rehbehn von VCH Vermögensverwaltung. Seiner Ansicht nach treten nun die Angebotsrisiken, ausgelöst durch Streiks oder Abgabenerhöhungen, in den Vordergrund.

Zu Angebotsrisiken beim Öl dürfte auch die Entscheidung der EU für das Embargo gegen den Iran führen, so die Experten der  Commerzbank. Zwar bestehen noch freie Kapazitäten, doch steigt traditionell der Preis, wenn diese schrumpfen. Wegen ien der politischen Anspannung im Nahen Osten hat „der aktuelle Preis eine Unsicherheitsprämie“, erklärt Klaus Schrüfer von der Santander Bank.

Nachdem die Schuldenkrise der Euro- Zone etwas in den Hintergrund gerückt ist, könnte der Preisanstieg beim Gold seit Ende Dezember leicht gebremst werden. Zumal „die Erhöhung der Importsteuer auf Edelmetalle im wichtigsten Goldabnehmerland Indien die Nachfrage etwas bremsen dürfte“, sagt Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Jedoch dürfte diese höhere Importsteuer den Trend nur zeitweise unterbrechen. Hohe Produktionskosten und negative Realzinsen sprechen für Gold. Die befragten Experten erwarten in zwölf Monaten einen Goldpreis von 1933 Dollar je Feinunze.

Trotz kurzfristiger Schwankungen gehen die befragten Experten mittelfristig von weiter steigenden Notierungen aus: „Die Nachfrage nach Rohstoffen dürfte im weiteren Jahresverlauf wieder zunehmen“, glaubt Schrüfer. Jedoch haben zahlreiche Analysten ihre Zielpreise gesenkt.



 


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