„Mit jedem Tag, der ohne
überzeugende Krisenstrategie vergeht, verdüstern
sich die globalen Wachstumsperspektiven
weiter“, bringt es Axel Herlinghaus
von der DZ Bank auf den Punkt.
Wie unklar die Aussichten für das Wirtschaftswachstum
sind, zeigt sich schon in
der genannten Spanne des Ölpreises der
Sorte Brent: Sie reicht von 90 bis 125 Dollar.
Je düsterer der jeweilige Experte die künftige
Entwicklung einschätzt, desto niedriger
der von ihm prognostizierte Preis des
sensitiven Rohstoffs. So geht Carsten
Fritsch von der
Commerzbank davon aus,
dass der Ölpreis wegen der nachlassenden
Nachfragedynamik und der Rückkehr der
libyschen Ölproduktion unter Druck geraten
wird. Was Libyen angeht, sieht das Ralf
Müller-Rehbehn von der VCH Vermögensverwaltung
ähnlich, er betrachtet jedoch die
Nachfragesituation und die geringen freien
Förderkapazitäten der Ölanbieter als eine
Stütze für die Konjunktur.
Von der großen Unsicherheit profitiert
Gold, das sich als Krisenwährung bewährt
hat. Zwar verkauften laut Frank Schallenberger
von der Landesbank Baden-Württemberg
gerade institutionelle Investoren, weil
sie das gelbe Edelmetall als ebenso schwankungsanfällig
ansehen wie andere Anlagen.
Doch fundamental sei die Lage weiterhin
günstig. Dafür sprechen auch die negativen
Realzinsen in vielen Ländern.
Darüber hinaus traten zuletzt Zentralbanken
– vor allem aus Schwellenländern
– als Nettokäufer auf dem Markt auf. Hinzu
kommt, dass die Schmuckindustrie die
jüngste Schwächephase zum Kauf genutzt
hat. Müller-Rehbehn führt noch „ein potenzielles
weiteres Quantitative Easing in
den USA“, also eine nochmalige Lockerung
der Geldpolitik, als preisstützend an. Das
größte Risiko für den Goldpreis wäre seines
Erachtens ein starker Dollar.
Den Beitrag können Sie im neuen Heft von BÖRSE ONLINE, Nr. 48/11, lesen.
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