Rohstoffbarometer

Rohstoffbarometer Unsicherheit dominiert den Markt

[10:00, 23.11.11]


Selten waren sich die Experten so uneinig wie bei der aktuellen Umfrage. So manche Tendenz steht daher auf wackeligen Füßen. Der Grund ist aber bei allen gleich: die Unsicherheit wegen der globalen Staatsschuldenkrise – und vor allem wegen der im Euro-Raum.


„Mit jedem Tag, der ohne überzeugende Krisenstrategie vergeht, verdüstern sich die globalen Wachstumsperspektiven weiter“, bringt es Axel Herlinghaus von der DZ Bank auf den Punkt.

Wie unklar die Aussichten für das Wirtschaftswachstum sind, zeigt sich schon in der genannten Spanne des Ölpreises der Sorte Brent: Sie reicht von 90 bis 125 Dollar. Je düsterer der jeweilige Experte die künftige Entwicklung einschätzt, desto niedriger der von ihm prognostizierte Preis des sensitiven Rohstoffs. So geht Carsten Fritsch von der  Commerzbank davon aus, dass der Ölpreis wegen der nachlassenden Nachfragedynamik und der Rückkehr der libyschen Ölproduktion unter Druck geraten wird. Was Libyen angeht, sieht das Ralf Müller-Rehbehn von der VCH Vermögensverwaltung ähnlich, er betrachtet jedoch die Nachfragesituation und die geringen freien Förderkapazitäten der Ölanbieter als eine Stütze für die Konjunktur.

Von der großen Unsicherheit profitiert Gold, das sich als Krisenwährung bewährt hat. Zwar verkauften laut Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg gerade institutionelle Investoren, weil sie das gelbe Edelmetall als ebenso schwankungsanfällig ansehen wie andere Anlagen. Doch fundamental sei die Lage weiterhin günstig. Dafür sprechen auch die negativen Realzinsen in vielen Ländern.

Darüber hinaus traten zuletzt Zentralbanken – vor allem aus Schwellenländern – als Nettokäufer auf dem Markt auf. Hinzu kommt, dass die Schmuckindustrie die jüngste Schwächephase zum Kauf genutzt hat. Müller-Rehbehn führt noch „ein potenzielles weiteres Quantitative Easing in den USA“, also eine nochmalige Lockerung der Geldpolitik, als preisstützend an. Das größte Risiko für den Goldpreis wäre seines Erachtens ein starker Dollar.



 


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