Die Dürreperiode in Russland bedroht die Weizenernte - und treibt den Preis für das Getreide auf den höchsten Stand seit knapp zwei Monaten. Wegen des heißesten Julis in der Geschichte des Landes könnten die Getreideexporte Russlands laut der russischen Getreidevereinigung um mehr als die Häfte auf nur noch elf Millionen Tonnen einbrechen.
An der Terminbörse Chicago Board of Trade verteuerte sich Weizen zur Lieferung im September auf 6,9650 Dollar je Bushel (35,239 Liter). In der Spitze hatte er 7,1125 Dollar erreicht. Das ist der höchste Wert seit dem 29. September 2008.
Russland, der drittgrößte Weizenlieferant in den Jahren 2009/10 (ab 1. Juli), kämpft mit einer außergewöhnlichen Hitzewelle. Durch die Dürre vertrockneten 24,71 Millionen Morgen Land. Verheerende Brände entstanden.
Noch gibt es zwar keine offizielle Erklärung bezüglich Exportbeschränkungen. Dmitri Rylko, Direktor des russischen Instituts für Agrarmärkte, hält das aber für möglich. Bereits 2007/2008 habe Russland so gehandelt: "Die Dürre ist so extrem, dass wir über jede Option nachdenken müssen", sagte Rylko der Financial Times.
Der Markt ist deshalb nervös - und wird auch zum Tummelplatz für Finanzinvestoren. "Spekulanten kommen in den Markt. Jeder jagt, was sich bewegt. Das könnte in den kommenden Wochen anhalten", sagte Peter McGuire, Managing Director von CWA Global Markets, Bloomberg Television. Er hält einen Preisanstieg auf 8 bis 8,50 Dollar für denkbar. Das entspräche einem Plus von 23 Prozent.
In den vergangenen sechs Monaten verteuerte sich Weizen so stark wie kein anderer Rohstoff. Der Preisanstieg ist vor allem Ernteausfällen in Russland, Kasachstan, Teilen der Europäischen Union und Kanada geschuldet. Bei Weizen erwarten die Analysten im Schnitt einen Rückgang der russischen Ernte von 61,7 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr auf 45 bis 50 Millionen Tonnen in 2010/11.
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