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Edelmetalle Glänzende Aussichten für Gold und Silber

[16:28, 18.03.11]

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Die Unruhen in Nordafrika treiben Anleger in Gold und Silber. Allerdings steigen die Förderkosten. Außerdem haben Rohstoff-Investments ein paar Eigenarten, die man besser kennen sollte.


Wenn Reden Silber und Schweigen Gold ist, dann hat Reden zuletzt stark an Wert gewonnen. Nach Berechnung der Investmentgesellschaft Société Générale hat die Gold-Silber-Ratio den niedrigsten Stand seit Februar 1998 erreicht. Die Kennzahl gibt an, mit wie vielen Unzen Silber man eine Unze Gold erwerben kann.

Derzeit beträgt diese Relation 42. Noch vor einem halben Jahr lag sie bei 68, der Durchschnitt beträgt 55. Diese Entwicklung ist aber weniger auf eine Schwäche des Goldpreises zurückzuführen, als vielmehr auf die Stärke von Silber. „Der Silberpreis hatte Nachholbedarf“, sagt Joachim Berlenbach von der Earth Resource Investment Group. Erst vor ein paar Tagen erreichte Silber bei 35,30 Dollar je Unze den höchsten Stand seit 1980. Damit ist Silber in diesem Jahr um mehr als 15 Prozent in die Höhe geschossen. Edelmetalle blieben als sicherer Hafen gefragt, sagte ein Händler.

Gründe dafür gibt es reichlich. „Die politischen Spannungen im Nahen Osten und Afrika haben dazu geführt, dass Investoren Silber in einem Tempo kaufen, mit dem das Angebot nicht mehr Schritt halten kann“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank. Die Verkäuferseite sei gar gezwungen, das Angebot zu rationieren. Dazu kommt: Überall in der Welt nimmt die Inflation zu. Anleger flüchten deshalb zunehmend in reale Werte, in Silber, aber auch in Gold, dessen Preis Anfang März dieses Jahres bei 1422 Dollar je Feinunze notierte.

Fundamentale Gründe für den Anstieg

Für die gestiegenen Edelmetallnotierungen sind diese Gründe eher kurzfristiger Natur. Daneben gibt es aber auch fundamentale Argumente, die für weitere Preisanstiege sprechen. Robert Vitye, Geschäftsführer von Solit Kapital, zum Beispiel verweist auf die weltweit wachsende Edelmetallnachfrage.

So schiebe der steigende Wohlstand in den Schwellenländern die Nachfrage nach Gold an. Zugleich profitiert Silber, das vor allem in der Industrie Verwendung findet, von dem derzeit schnellen Wachstum der Weltwirtschaft.

Dem stehe, sagt Vitye, eine Angebotsverknappung gegenüber. „Der Zeitpunkt der maximalen Förderung bei Gold und Silber dürfte kurz nach der Jahrtausendwende erreicht worden sein“, sagt er. „In den 90er-Jahren wurden noch acht bis neun neue Goldlagerstätten im Schnitt pro Jahr entdeckt, nach der Jahrtausendwende waren es aber weniger als drei“, sagt der Rohstoffexperte Vitye.

Auch Berlenbach sieht den aktuell hohen Goldpreis gut begründet. „Wer sich heute Sorgen über eine Spekulationsblase bei Gold macht, der dürfte den Goldpreischart aus den 70er- und 80er-Jahren im Kopf haben. Damals folgte auf den Preisanstieg ein Absturz um 70 Prozent.“

In diesem Artikel
  1. Glänzende Aussichten für Gold und Silber
  2. Hohe Förderkosten treiben den Preis ebenfalls

 

© 2011 ftd, © Illustration: reuters

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