Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich gegen die Verwendung der deutschen Gold- und Währungsreserven zur Rettung von Krisenstaaten ausgesprochen. In Berlin sagte
Weidmann am Dienstag laut Redetext, er sei froh, dass die Bundesregierung ebenfalls entschieden gegen entsprechende Ideen plädiert habe.
Deutschlands oberster Währungshüter äußerte sich damit erstmals öffentlich zu Forderungen, die Gold- und Währungsreserven der Euro-Notenbanken heranzuziehen, um den europäischen Rettungsschirm EFSF in der aktuellen Schuldenkrise schlagkräftiger zu machen. Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten dies Medienberichten zufolge auf dem G20-Gipfel in Cannes vorgeschlagen. Führende EU-Politiker dementierten, dass darüber ernsthaft diskutiert wurde.
Weidmann pochte erneut auf die Unabhängigkeit der Notenbank und ihre klare Ausrichtung auf das Ziel der Preisstabilität. Die aktuelle Krise dürfe nicht dadurch gelöst werden, diese Basis zu zerstören.
Weidmann warnte außerdem davor, das Mandat der Europäischen Zentralbank in der Krisenbekämpfung zu missachten. Es bestehe die Gefahr, dass im Kampf gegen die Schuldenkrise "die Last von der Fiskal- auf die Geldpolitik verschoben" werde.
Darüber hinaus betonte Weidmann, dass die Rettungshilfen an den Pleitekandidaten Griechenland eingestellt werden müssten, sollte sich das Mittelmeerland gegen die Umsetzung der mit EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) vereinbarten Reformen sperren. Die Unsicherheit über die Zukunft des Reformprogramms sei gefährlich. "Sie kann die Lage der Zentralbanken, die die griechischen Banken weiter mit Liquidität versorgen, rasch unhaltbar machen", warnte der Bundesbankchef.
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