Den drei größten Naturkautschuk produzierenden Ländern macht der Preisverfall des Agrarrohstoffs sorgen. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis gut halbiert. Thailand, Indonesien und Malaysia diskutieren deshalb über mögliche Eingriffe am Markt. Im Dezember werden sich Vertreter der drei Staaten zu Gesprächen treffen, teilte die indonesische Kautschuk-Vereinigung Gapkindo mit.
Noch am Wochenende hatte der International Tripartite Rubber Council (ITRC), das Gremium der drei Staaten, erklärt, es bestehe kein dringender Handlungsbedarf. Die im ITRC vereinigten Staaten stehen für 70 der Weltkautschukproduktion und exportieren rund sechs Millionen Tonnen des Rohstoffs pro Jahr. Der Großteil kommt aus Thailand. Der Preis für die verarbeitete thailändische Sorte Smoked Rubber Sheet (RSS3) gilt als Referenzpreis.
Die Staaten hatten sich zu einem Notfalltreffen verabredet, weil vor allem Rezessionsängste die Preise für Kautschuk seit Monaten belasten. "Die aktuelle Nachfrage ist stark genug, um den Preis zu stützen", sagte Gapkindo-Chef Asril Sutan Amir der Nachrichtenagentur Reuters. Schuld am Preisverfall seien vor allem Finanzinvestoren, die ihre Bestände abverkauften, sagte Amir.
Im Februar hatte der Preis für RSS3 ein Rekordhoch von 6,40 Dollar je Kilogramm erreicht, ist aber seitdem bis auf 3,40 Dollar gesunken. Gapkindo hatte zuletzt die Mitgliedschaftsstaaten aufgefordert, keinen Kautschuk mehr zu exportieren, sollte der Preis unter 3 Dollar fallen: Diese Marke haben sich die drei Staaten schon seit Jahren als Preisuntergrenze gesetzt.
Pongsak Kerdvongbundit, Präsident der thailändischen Kautschuk-Organisation, sagte, dass die Regierung versprochen habe, die Verkaufspreise für Farmer nicht unter 95 Baht (3,07 Dollar) sinken zu lassen. Die Bauern verkaufen noch nicht verarbeiteten Kautschuk (USS3). Deshalb läge der Mindestpreis für den verarbeiteten RSS3 bei 3,50 Dollar je Kilogramm.
Händlern zufolge dürfte auf kurze Sicht der Gummipreis auch ohne Intervention der drei Staaten steigen. Denn im Süden Thailands, aus dem 90 Prozent der thailändischen Produktion von 3,2 Mio. Tonnen stammen, habe die Regenzeit begonnen. Damit sei das Angebot stark eingeschränkt. Gleichzeitig herrsche in Indonesien Trockenheit, was auch dort das Angebot verenge.
Langfristig dürfte das aber wenig helfen. Denn der düstere Ausblick für die Weltwirtschaft den belastet den Gummimarkt. 60 Prozent der Nachfrage kommt von Reifenherstellern. Deren Produktion dürfte jedoch aufgrund nachlassender Autokonjunktur sinken. Der restliche Gummibedarf stamme von konjunktursensiblen Branchen wie Bau, Bergbau und Transport, heißt es von Analysten.
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