Atomstreit mit Iran, Spannungen im Sudan, Konflikte in Nigeria: Die Angst am Ölmarkt vor steigenden Preisen wächst. Doch wie groß ist die Gefahr einer Verteuerung wirklich?
Am Ölmarkt wird dieser Tage die Angst gehandelt - vor allem die vor einer Eskalation des Atomstreits mit dem Iran. Spannungen in den afrikanischen Ölförderregionen Sudan und Nigeria heizen die Spekulationen über Lieferengpässe zusätzlich an. Da aber laut Internationaler Energiebehörde (IEA) genug Öl vorhanden ist, rechnen Experten nicht mit tatsächlichen Versorgungsproblemen.
Dennoch hat sich ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent - es gilt an den Märkten als richtungsweisend - seit Jahresanfang um etwa 14 Dollar oder rund 13 Prozent verteuert. Zuletzt hatte der Preis im Mai 2011 so hoch gelegen. Da damals ein Euro mit deutlich über 1,40 Dollar aber rund zehn US-Cent mehr wert war, haben die Verbraucher das an der Zapfsäule weniger stark zu spüren bekommen als derzeit. Öl wird grundsätzlich in Dollar gehandelt. Ein starker Dollar erhöht somit die Rechnung der Importeure, ein schwacher verringert sie. Letzteres war im Sommer 2008 der Fall, als der Ölpreis mit rund 147 Dollar einen Rekord erreichte. Der Euro notierte jedoch bei knapp 1,60 Dollar und machte damit den Effekt des hohen Ölpreises wett.
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