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Rohstoffe Diamanten schlagen Gold

[14:10, 30.12.11]

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Viele Analysten erwarten einen deutlichen Preisanstieg für die Edelsteine. Als Grund nennen sie vor allem die gestiegene Schmucknachfrage in Asien. Die Experten trauen Diamanten sogar mehr zu als Gold.


Analysten glauben, dass sich Diamanten in den kommenden Jahren stärker verteuern werden als  Gold. Sie begründen ihre Einschätzung damit, dass Chinesen, Inder und Araber mehr Geld für Luxusprodukte ausgeben werden. Hinzu kommt, dass sich das Angebot an Diamanten verknappt.

So erwartet Edward Sterck, Analyst bei BMO Capital Markets in London, dass der durchschnittliche Preis für ungeschliffene Rohdiamanten im neuen Jahr um neun Prozent auf 145 Dollar je Karat steigen wird. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Für 2013 geht Sterck von einem Anstieg um 1,4 Prozent aus, für 2014 von weiteren 4,8 Prozent. 2015 und 2016 wird der Preis nach seiner Voraussage um 2,6 sowie 3,2 Prozent zulegen.

Diamant

 Diamant

Ganz anders dagegen die Prognosen der Analysten für den Goldpreis: Hier rechnen sie einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge im Schnitt damit, dass Gold 2012 zunächst zwar um 19 Prozent teurer wird, der Preis ab 2013 aber sinkt. Die Feinunze (31,1 Gramm) kostet aktuell rund 1535 Dollar.

"Der aktuelle Goldpreis spiegelt die Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage nicht wider", sagt Rob Henderson, Chefökonom bei der National Australia Bank in Sydney. "Er spiegelt vielmehr eine künstliche Nachfrage nach Gold als Absicherung und für Werterhalt bei Inflation wider. Der Markt ist daher irgendwann fällig für eine Korrektur", sagt er.

Die Nachfrage nach Diamanten werde dagegen wegen der wachsenden Mittelschicht in China und Indien bis 2020 doppelt so stark zunehmen wie das Angebot, heißt es in einer Studie von Bain & Co. Aus den beiden Boomländern sowie aus Nahost stammten bis 2015 rund 40 Prozent der weltweiten Nachfrage, erwartet der Rohstoffkonzern  Anglo American. 2005 habe der Anteil bei rund acht Prozent gelegen.  Anglo American gehören 85 Prozent des weltgrößten Diamantenkonzerns De Beers mit Sitz in Johannesburg.

Die weltweite Diamantennachfrage wird laut Bain jährlich um 6,4 Prozent steigen und 2020 bei rund 247 Millionen Karat liegen. Dagegen werde die Produktion von 133 Millionen Karat 2010 nur um jährlich 2,8 Prozent auf 175 Millionen Karat wachsen. "Wir gehen davon aus, dass die Schwellenländer, allen voran Indien und China, die Nachfrage nach Diamanten in den kommenden Jahren antreiben werden, während sich die Nachfrage aus den Industriestaaten moderater entwickeln wird", sagt auch Wladimir Sergiewski, Analyst bei Finam Investment in Moskau. Auf der Angebotsseite werde die Inbetriebnahme neuer Minen größtenteils von der Erschöpfung alter Minen aufgewogen werden, fügt er an.


 

© 2011 bloomberg, © Illustration: reuters

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