Die Notenbank reagiert auf den massenhaften illegalen Handel nach starkem Preisanstieg. Der letzte Versuch brachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg.
Der chinesischen Notenbank wird der blühende Handel mit
Gold und Finanzinstrumenten auf das Edelmetall im Reich der Mitte zu bunt: Gold sowie Terminkontrakte auf Gold dürfen künftig nur noch an der Goldbörse und der Goldterminbörse in Schanghai gehandelt werden. Das teilte die chinesische Notenbank am Dienstag auf ihrer Internetseite mit. Die Mitteilung kommt einem Transaktionsverbot bei Tausenden Goldhändlern in einem kaum regulierten Graumarkt gleich - und liefert Hinweise darauf, dass sich die chinesische Führung vor den negativen Folgen einer möglichen Goldpreiskorrektur fürchtet.

Die Goldnachfrage in China erlebte in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom. Der Grund dafür sind die niedrigen Realzinsen - auf Sparguthaben bei Banken erhalten Anleger bei Banken Zinsen, die unterhalb der Teuerung liegen - sowie Nachholeffekte: China hat den Goldbesitz für Privatpersonen erst 2003 legalisiert.
Die Käufer werden zudem seit Jahren positiv konditioniert, da der Goldpreis in diesem Jahr das elfte Kalenderjahr in Folge mit einem Plus abschließen wird und sich binnen zehn Jahren versiebenfacht hat. Inzwischen ist China das Land mit der nach Indien zweithöchsten physischen Nachfrage nach Gold weltweit, Tendenz steigend: In den letzten vier Quartalen stieg die chinesische Nachfrage nach Gold um 35 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie aus Daten der Minenlobby World Gold Council hervorgeht.
Doch obwohl China seit 2007 der weltgrößte Goldförderer ist, deckt das Angebot seit Jahren nicht mehr die Nachfrage. Das hat zum einen dazu geführt, dass in Festlandchina für physisches Gold hohe Aufpreise auf die aktuellen Goldpreise in London und New York zu zahlen sind.
Zum anderen ist aber auch das Angebot undurchsichtiger Goldanlagen regelrecht explodiert: Neben dem Handel von physischem Gold in Form von Schmuck, Barren und Münzen bieten viele Handelsfirmen Gold-Futures für Privatanleger an, diverse Handelsplätze berechnen eigene Gold-Terminmarktpreise, auch Banken bieten eine Fülle von Goldderivaten an, um die Nachfrage nach an Gold gebundenen Anlageformen zu befriedigen.
Damit soll nun Schluss sein. "Das ist ein Teil einer konzertierten Aktion, den Handel mit Rohstoffen einschließlich Gold auf illegalen Handelsplattformen auszutrocknen", sagte Roland Wang, Experte des World Gold Council gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Schon mit einer Teilliberalisierung des Goldmarkts im August 2010 hatte China versucht, die hohe Goldnachfrage in legale und für die Regierung kontrollierbare Bahnen zu lenken: Sie erlaubte chinesischen Banken größere Importe und Exporte von Gold und gewährte mehr ausländischen Instituten Zugang zur Goldbörse in Schanghai - bislang allerdings ohne den gewünschten Erfolg.
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