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Lehman Erste Einblicke in ein Milliardengrab

[11:25, 20.11.09]

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Citibank und Hamburger Sparkasse beziffern den Schaden ihrer Kunden durch die Lehman-Pleite. Die Konkurrenz mauert.


Mehr als zwölf Monate nach der Pleite von  Lehman Brothers gibt es eine Premiere: Erstmals haben zwei Banken, die als große Verkäufer von Zertifikaten gelten, Summen der bei ihnen eingelagerten Papiere offiziell bestätigt. So haben allein die Kunden der Citibank und der Hamburger Sparkasse 350 Mio. Euro verloren. Die Zahlen leiten sich aus Unterlagen ab, die im Rahmen des Insolvenzverfahrens veröffentlicht wurden. Bis zum 2. November mussten Geschädigte direkt oder über Banken ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter in den Vereinigten Staaten anmelden.

Im Rahmen der Anmeldung hat die Citibank Ansprüche im Volumen von gut 300 Mio. Euro geltend gemacht, die Hamburger Sparkasse ist mit mehr als 50 Mio. Euro dabei. Sprecher beider Kreditinstitute bestätigen, dass es sich bei den genannten Zahlen nur um Forderungen ihrer Kunden handelt, die die inzwischen fast wertlosen Zertifikate der US-Investmentbank im Depot hatten. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass deutsche Anleger insgesamt zwischen 700 Mio. Euro und 1 Mrd. Euro verloren haben.

Denn auch nach dem Ende der Anspruchsfrist für Entschädigungen lässt sich der Gesamtschaden nur schätzen. Die Daten, die der amerikanische Forderungsverwalter Epiq Systems veröffentlicht hat, helfen nur bedingt weiter. Zwar haben auch andere deutsche Banken Forderungen in Millionenhöhe geltend gemacht. Allerdings ist nicht ersichtlich, ob es sich um Ansprüche von Privatkunden oder um Titel aus dem Eigenbestand handelt, beispielsweise ausgefallene Lehman-Anleihen.

Abgesehen von der Citibank und der Hamburger Sparkasse halten sich die meisten Institute bedeckt, was die Aufteilung des Schadens angeht. Die größte Summe stammt von der  Commerzbank, die mit etwa 800 Mio. Euro dabei ist. Ein Sprecher wollte zur Aufteilung nichts sagen, wie die FTD aus Firmenkreisen erfuhr, handelt es sich aber größtenteils um Kundenforderungen. Allerdings hat die Commerzbank-Tochter Dresdner Bank, die laut Geschädigtenorganisationen ein wichtiger Vertriebspartner von  Lehman war, die Zertifikate auch in großem Umfang an Kommunen verkauft. An zweiter Stelle liegen die Genossenschaftsbanken, die über eine eigene Bad Bank knapp 600 Mio. Euro aufgerufen haben. Nach Angaben aus Genossenschaftskreisen handelt es sich dabei komplett um Papiere aus dem Eigenbestand.

Die Lehman-Pleite war der erste Ausfall eines Zertifikateemittenten in Deutschland. Die Papiere waren in diversen Konstruktionen über eine Vielzahl von Banken und Sparkassen angeboten worden. Geschädigte sprechen von einer großen Zahl von Fehlberatungen, was die Institute selbst zumeist abstreiten.


 

© 2009 ftd, © Illustration: dpa

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