Der Höhenflug des Goldpreises verlockt dazu, Goldbarren oder Goldmünzen mit Gewinn zu verkaufen. Doch Vorsicht: Liegen zwischen Erwerb und Verkauf weniger als 12 Monate, ist der
Gewinn steuerpflichtig - und drückt so die Rendite.
Mitte Juni stieg der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) auf 1257,85 Dollar und übertraf damit die letzte Spitze von Anfang Juni bei 1251,20 Dollar deutlich. Dieser Höhenflug verlockt so manchen Privatanleger dazu, seine Goldbarren oder Goldmünzen mit Gewinn zu verkaufen. Doch diese Strategie hat ihre Tücken.
Wenn nämlich zwischen Erwerb und Verkauf weniger als 12 Monate liegen, ist der Veräußerungsgewinn einkommensteuerpflichtig und muss in der Steuererklärung angegeben werden. Die Steuer drückt die Rendite. Nur wenn die jährliche Freigrenze von 600 Euro wird nicht überschritten wird, kann der gesamte Gewinn einbehalten werden. Der deutsche Bankenverband rät daher, abzuwarten. Nach einer Haltefrist von mindestens einem Jahr seien Veräußerungsgewinne grundsätzlich steuerfrei.
Eine Besonderheit bilden Goldbarren und Goldmünzen, die nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und deren Marktpreis sich im Wesentlichen nach ihrem Goldgehalt bestimmt. Sie zählen zum sogenannten Anlagegold und können mehrwertsteuerfrei erworben werden. Das Bundesfinanzministerium verzeichnet in einer Liste, die auch über das Internet aufgerufen werden kann, gängige Goldmünzen, die zum Anlagegold zählen.
Geringe Blasengefahr
Physisches Gold und börsennotierte Goldfonds sind derzeit sehr beliebe Anlageformen. Münzpräger können kaum so viel herstellen, wie nachgefragt wird. So verkaufte die Prägeanstalt Münze Österreich 2009 Münzen im Volumen von 1,6 Millionen Feinunzen. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 137.000 Münzen. Experten halten das derzeit in Gold investierte Kapital dennoch für gering. Lediglich knapp 0,8 Prozent der globalen Vermögenswerte seien in Gold, Goldaktien oder börsennotierten Fonds angelegt, schreiben Analysten der Erste Group. 1932 seien es 20 Prozent, Anfang der 80er-Jahre 26 Prozent gewesen.
"Würden insgesamt zwei Prozent aller Vermögenswerte in Gold angelegt werden, so würde die zusätzliche Nachfrage 85.000 Tonnen betragen", rechnen sie weiter vor. Das entspreche der Minenproduktion für knapp 34 Jahre. "Zwar ist dies ein reines Zahlenbeispiel, es zeigt jedoch auf, wie unbegründet der Mythos von einer Gold-Blase ist." Folgt man dieser Argumentation, erscheint ein schneller Ausstieg derzeit nicht unbedingt notwendig.
Übrigens: Für physisch hinterlegte Goldanleihen wie Xetra Gold (ISIN DE000A0S9GB0) gilt die Haltefrist nicht. Diese Papiere fallen grundsätzlich unter die Abgeltungsteuer.
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