Erstmals hat die Frankfurter Sparkasse Fehler bei der Beratung zum Kauf von Inhaberschuldverschreibungen auf
Lehman Brothers eingeräumt. Ein Sprecher sagte, „in einer sehr kleinen Zahl von Fällen mussten wir feststellen, dass die Beratung unsere Qualitätsstandards nicht erfüllt hat.“ In diesen Fällen werde man die Verantwortung übernehmen. Die weit überwiegende Zahl der Anleger sei allerdings korrekt auf die Chancen und Risiken hingewiesen worden. In „einigen wenigen wirtschaftlichen Härtefällen“ habe man zudem aus Kulanz angeboten, sich am wirtschaftlichen Schaden zu beteiligen.
Die Fraspa war die aktivste Sparkasse Deutschlands beim Vertrieb der Papiere der mittlerweile insolventen US-Investmentbank
Lehman Brothers. Sie hatte die Zertifikate an rund 5.000 Kunden verkauft. Die meisten Lehman-Zertifikate an deutsche Privatkunden wurden jedoch von der Dresdner Bank und Citibank vertrieben. Verbraucherschützer und Anwälte beklagen bei der Fraspa Entschädigungszahlungen nach Gutsherrenart. Die Entschädigungspolitik sei untransparent und nicht nachvollziehbar. Nach ihrer Einschätzung wird höchstens ein Drittel der Opfer ein Angebot in einer Spanne von 20 bis 70 Prozent erhalten.
Zuvor hatte bereits die Hamburger Sparkasse Beratungsfehler eingeräumt und rund 1000 Kunden Entschädigungen angeboten. Hier wird Mitte Mai ein wichtiges Urteil vor dem Hamburger Landgericht erwartet. In einem ersten Lehman-Prozess vor dem Frankfurter Landgericht im November des vergangenen Jahres war die Klage gegen die Fraspa abgewiesen worden. Rund 40.000 Anleger haben durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank
Lehman Brothers schätzungsweise eine Milliarde Euro verloren. Die Zahl der Schadensersatzprozesse geht in die hunderte, wenn nicht tausende. Anfang des Monats hatten Geschädigte vor den Filialen der Banken Mahnwachen abgehalten, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.
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