Die Jagd beginnt. Zumindest in Nordrhein-Westfalen. Dort hat das Finanzministerium die zweite Phase der Hatz auf betagte Steuerhinterzieher gestartet. Finanzbeamte zwischen Aachen und Bielefeld überprüfen ab sofort gezielt Rentner, die bislang keine Steuererklärung abgegeben haben. Weitere Bundesländer dürften in den nächsten Wochen nachziehen.
Denn sie alle können nun auf einen gewaltigen Datenschatz zurückgreifen. Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) in Brandenburg an der Havel hat seit sechs Jahren akribisch Informationen von Renten- und Pensionskassen, Versorgungswerken und Lebensversicherern gesammelt. Die Behörde kennt jetzt jeden Ruheständler - und weiß, was er an gesetzlichen und privaten Renten kassiert.
Bis zum Frühjahr 2010 hat die ZfA die brisanten Daten peu à peu an die Finanzämter vor Ort übermittelt. Daraufhin hatten diese eine erste Phase an Kontrollen eingeleitet: Beamte überprüften sämtliche Erklärungen, die Rentner seit 2005 abgegeben haben. In jenem Jahr war der steuerpflichtige Anteil der Rente von 27 auf 50 Prozent gestiegen, wodurch Millionen Senioren plötzlich zum Zahlen verdammt waren.
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