Von Brigitte Watermann und Markus Hinterberger



Liechtenstein: Bankgeheimnis ade
Das nur 160 Quadratkilometer große Fürstentum zwischen Österreich und der Schweiz verfügt über eine intakte Bankenlandschaft und ganze Heerscharen von professionellen Vermögensverwaltern. Ein bombensicheres Bankgeheimnis sicherte dem Finanzplatz lukrative Geschäfte - Anfragen ausländischer Ermittler wurden kompromisslos abgewiesen. Bis ein Bankmitarbeiter auspackte und hunderte Datensätze über verschwiegene liechtensteinische Familienstiftungen an den Bundesnachrichtendienst verkaufte. Die folgenden Razzien kosteten Ex-Postchef Klaus Zumwinkel seinen Job und seinen Ruf. Auch in anderen Ländern kam es zu Festnahmen von mutmaßlichen Steuersündern. Nun versucht sich der kleine Feudalstaat an die EU anzulehnen, will dabei sein Bankgeheimnis unbedingt behalten. Für Steuerexperten wie Hans-Lothar Merten ist Liechtenstein als Bankplatz "tot".

