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Altersvorsorge Trittbrettfahrer der Krise

[12:40, 03.11.09]


Die Diskussion um gute und schlechte Berater hat Finanzvermittlern wie  AWD,  MLP und DVAG einigen Aufwind verschafft. Die Kunden wenden sich auch bei Lebensversicherungen von Banken ab. Verbraucherschützer warnen vor den unabhängigen Vermittlern.


Das schlechte Image der Banken schlägt auch auf die Altersvorsorgesparten der Geldhäuser durch: Laut einer Studie der Management Beratung Towers Perrin ist der Anteil der Banken am Versicherungsgeschäft kleiner geworden. Nur noch 27 Prozent des Neugeschäfts bei Lebensversicherungen laufen über Kreditinstitute. 2007 liefen noch 28 Prozent. Das Geschäft der eigenen Vertreter der Versicherungen geht weiterhin zurück. Auch sie liegen knapp unter 30 Prozent. Kurz vor der Jahrtausendwende waren sie noch unangefochtene Marktführer als beinahe die Hälfte aller Policen über die Vertreter lief. Den ersten Dämpfer erlitten die Vertreter durch die ab 2000 aufkommenden Allfinanzkonzerne wie  Allianz und  ING. Nachdem diese Idee begraben wurde, entwickeln sich nun Finanzvertriebe wie  AWD,  MLP und DVAG zu einer mächtigen Konkurrenz. Sie kommen ähnlich den Banken und Versicherungen auf 28 Prozent Marktanteil am Neugeschäft.

Für Niels Nauhauser ist der Fall klar. „Die Finanzvermittler wuchern gerne mit dem Pfund der Unabhängigkeit“, sagt der Finanzexperte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Das Problem sei, dass diese Vertriebe auf Provisionsbasis arbeiteten, was die Qualität der Beratung beeinträchtigen kann. „Die Kunden haben es hier mit motivierten Vermittlern zu tun, die nach Abschlüssen bezahlt werden, mit guter Beratung hat dies allerdings wenig zu tun“, so Nauhauser. Verbraucherschützer wie er machen sich seit einiger Zeit für Honorarberatung, bei der der Kunde für die Beratung und nicht für das Produkt zahlt, stark. Inzwischen bekommen Honorarberater eine immer größere Lobby. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner will Honorarberatung fördern und stößt damit auf breite Zustimmung innerhalb der Politik. Das Ministerium will jedoch auch die Finanzkompetenz der Bürger fördern. Das erscheint dringend nötig, denn die Quote derer, die ihre Lebensversicherung bei einer Direktversicherung im Internet ohne Beratung abschließen, ist mit 4,4 Prozent nach 4,9 Prozent in 2007 weiterhin auf niedrigem Niveau.


 

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