Die Deutsche Bischofskonferenz ist die Dachorganisation der katholischen Kirche in der Bundesrepublik. Eine dortige Arbeitsgruppe hat unter dem Titel „Mit Geldanlagen die Welt verändern?“ Gedanken niedergelegt, wie moralisch motivierte Investments aussehen könnten.
Die ethikbezogene Geldanlage sei für Christen und Nicht-Christen „ein Mittel, die Wirtschaftsprozesse stärker auf das Gemeinwohl auszurichten“, heißt es in dem Papier. Besonders in der Pflicht seien wohlhabende Gläubige. Denn mit zunehmendem Besitz wüchsen die Möglichkeiten und auch der Grad der Verpflichtung, „einen Beitrag zur sozialen und ökologischen Ausrichtung des Unternehmenssektors zu leisten“. Doch ist moralisches Geldanlegen kein Ersatz für traditionelle Mildtätigkeit. Es handle sich vielmehr um eine Ergänzung der klassischen Spende. „Im Lichte des Glaubens“ betrachtet, seien es Investitionen in eine bessere Welt.
Die Reichen sollten denn auch das höhere Risiko und die niedrigere Rendite, die bei solchen Investments zu erwarten sei, in Kauf nehmen. Aus diesem Grunde sind auch Haushalte außen vor, die beispielsweise im Alter existenziell auf Vermögenserträge angewiesen sind. Sie sollten im Blick haben, mahnt die Kirche, dass ethikbezogene Investments „nur eine weniger attraktive Verzinsung bieten können als eine breit gestreute konventionelle Vermögensanlage“.
Die Arbeitsgruppe hat außerdem Mindeststandards benannt, nach denen ethikbezogene Geldanlagen erfolgen sollte. Interessanterweise wird der Klimaschutz nur in sehr allgemeiner Darstellung genannt. Wesentlich exakter sind die sozialen Kriterien formuliert. Die sogenannten Kernarbeitsnormen der Vereinten Nationen sollten die Untergrenze sein. Sie verbieten ausbeuterische Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierungen aller Art und beinhalten die Garantie der Vereinigungsfreiheit einschließlich des Rechts auf kollektive Tarifverhandlungen.
Diesen Artikel bookmarken bei...