Fast die Hälfte der deutschen Fondsanleger wünscht, dass ihr Geld in klimafreundliche Unternehmen und Projekte gesteckt wird. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts
GfK und des Sustainable Business Institutes.
Sogar 80 Prozent meinen, dass sie durch die Entscheidung für bestimmte Finanzprodukte einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Diese Begeisterung kontrastiert allerdings mit der Tatsache, dass in Deutschland deutlich weniger als drei Prozent der Anlagesumme der Investments von Publikumsfonds auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausgerichtet sind. Den Widerspruch erklärt Karsten John von der
GfK mit der Tendenz des Menschen, manchen Einsichten keine Taten folgen zu lassen. „Das ist wie beim Rauchen. Viele wissen, dass es schlecht ist, aber sie tun es trotzdem.“
Paschen von Flotow, Chef des Sustainable Business Institutes an der European Business School in Oestrich-Winkel, begründete das Auseinanderklaffen mit der Intransparenz des Marktes. So sehen sich nur 14 Prozent der Befragten in Sachen Nachhaltigkeit von ihrer Bank sehr gut informiert. 74 Prozent fordern, dass Fonds transparente Berichte über ihre Anlagekriterien veröffentlichen müssen. Und 64 Prozent sagen, dass Fonds einen Anlagebeirat haben sollten, in dem vertrauenswürdige Experten sitzen.
Abgefragt wurde auch, wie Fonds aussehen müssten, die aus Sicht des Klimaschutzes interessant sind. Mehr als die Hälfte der Fondsanleger wünschen eine Unterstützung von Unternehmen, die klimaschonende Produkte herstellen oder sich auf erneuerbare Energien konzentrieren. Lediglich ein Drittel fordert, Firmen mit geringer Energieeffizienz aus dem Portfolio zu streichen.
In der Befragung ging es generell um das Verhältnis der Finanzbranche zum Klimaschutz. Es nahmen etwa 1000 Privatanleger und 500 Geschäftskunden teil. Weitere Ergebnisse zur Studie finden Sie
hier.
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