Altersvorsorge

Heute schon an morgen denken

[16:55, 26.09.07]

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Der beste Zeitpunkt, um mit der Altersvorsorge zu starten, ist sofort. Jeder hat dabei andere Bedürfnisse, finanzielle Möglichkeiten und Anlageneigungen. Der BÖRSE ONLINE-Altersvorsorge-Check hilft, das passende Ruhepolster zu bilden.


 

Wenn ich erst in Rente bin ... dann werde ich im sonnigen Süden monatelang Urlaub machen oder endlich den langersehnten Sportwagen erwerben. So sahen die Ruhestandsträume vieler Bundesbürger in der Vergangenheit aus. Heute erzeugt der Gedanke an den Lebensabend häufig ein Gefühl des Unbehagens, wie die Postbankstudie „Altersvorsorge in Deutschland 2007“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach bestätigt.

Dabei ist die Einsicht, dass die Altersabsicherung besonderer Anstrengungen bedarf, bei den Erwerbstätigen hier zu Lande inzwischen angekommen. „Die Bevölkerung weiß mittlerweile, dass die gesetzliche Rente nicht reichen wird“, sagt Bernd Katzenstein, Sprecher des Instituts für Altersvorsorge. Trotzdem sparen viele noch immer nicht genug. Die komplexe Materie der privaten Altersvorsorge sei für die meisten Verbraucher als Laien undurchschaubar, meint auch Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: „In unserer unabhängigen Beratung zeigt sich immer wieder, dass die Menschen nicht wissen, wodurch sich fondsgebundene Rentenversicherungen, Fondssparpläne und Riester-Fondssparpläne genau unterscheiden und welche Produkte für ihre Vorsorgebedürfnisse angemessen sind.“ Diese Unsicherheit hat denkbar negative Folgen: Im Glauben, man habe noch Zeit und aus Angst, sich für das falsche Produkt zu entscheiden, schieben viele Vorsorgewillige den Sparbeginn von Jahr zu Jahr auf – und verringern so ihr mögliches Alterseinkommen.

Schade eigentlich. Denn gerade ein langer Zeitraum bis zum dritten Lebensabschnitt hilft enorm beim Vermögensaufbau. „Die Zeit ist ein Verbündeter“, sagt Tom Friess, Geschäftsführer des VZ VermögensZentrums: „Wer früh mit dem Vermögensaufbau beginnt, hat einen Mitsparer: den Zinseszinseffekt.“ Ein vereinfachtes Beispiel zeigt: Wer 30 Jahre lang monatlich 100 Euro zu sechs Prozent anlegt, kann zu Rentenbeginn 100 000 Euro sein Eigen nennen. Davon kommen nur 36 000 Euro aus dem Geldbeutel des Anlegers, 64 000 Euro sind Zins- und Zinseszinserträge.

Entscheidend für Vermögenszuwachs ist eine langfristige Sparstrategie, denn erst dann entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung. Wer dagegen später beginnt, Geld zurückzulegen, muss deutlich größere Anstrengungen unternehmen. So zeigt sich am vorangegangenen Beispiel: Verkürzt man die Zeit des Vermögensaufbaus auf 20 Jahre, muss der Vorsorgewillige bereits monatlich mehr als die doppelte Summe aufbringen, um am Ende des Berufslebens rund 100 000 Euro in der Tasche zu haben.

© 2007 boerse-online.de, © Illustration: DiPaolo

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