Als die Berliner Geschäftsfrau Heike
Niemeyer 2009 einen Kredit aufnehmen
wollte, um neue Computer zu
kaufen, biss sie bei den Banken auf
Granit. Obwohl die Geschäfte der
selbstständigen Projektmanagerin
florierten, spielten die lokalen Kreditinstitute,
die sie aufsuchte, nicht mit.
Die einen wollten ihr gar kein Geld geben,
die anderen nur zu einem Zinssatz
von 12,25 Prozent – Konditionen,
die sie nicht akzeptieren konnte.
Den notwendigen Kredit gewährte
ihr am Ende keine Bank, sondern ihr
Rentenversicherer
Allianz in Form
eines Policendarlehens. Dabei erhält
der Kunde einen Kredit aus seinem
Versicherungsguthaben. Niemeyer
belieh ihre Police mit 12 000 Euro.
„Die Konditionen waren super“, sagt
sie. Der effektive Jahreszins betrug
damals 5,2 Prozent.
Viele Versicherer bieten diese Art
des Kredits an. Die
Allianz hat bisher
149 000 vergeben. „Das Policendarlehen
kann insbesondere bei einem
kurzfristigen Liquiditätsengpass genutzt
werden“, sagt ein Sprecher.
Etwa dann, wenn Arbeitslosigkeit, Elternzeit
oder eine Weiterbildung Löcher
in die Haushaltskasse schlagen,
ein Immobilienerwerb bevorsteht
oder kurzfristige Verbindlichkeiten
bestehen. Ein Policendarlehen sei
besser, als den Vertrag aus Geldnot zu
kündigen oder zu verkaufen. „Das Interessante
am Policendarlehen ist,
dass die bestehende Police beliehen
werden kann, die Altersvorsorge und
der Versicherungsschutz aber erhalten
bleiben“, so der Allianz-Sprecher.
Zudem ist die Rückzahlung sehr
flexibel. Nur die Kreditzinsen muss
der Kunde regelmäßig mit seinen Beiträgen
zahlen. Wie er das eigentliche
Darlehen zurückzahlt, bleibt ihm
überlassen. Er steht nicht unter dem
Druck, es in monatlichen Raten abzustottern.
Je nach Belieben kann er es
auf einen Schlag oder in Teilbeträgen
zurückzahlen – oder auch gar nicht.
Tilgt er das Darlehen nicht bis zum
Ende der Vertragslaufzeit, wird es mit
der Versicherungsleistung verrechnet.
„Natürlich empfehlen wir immer,
das Policendarlehen zurückzuzahlen,
um die Altersvorsorge nicht zu gefährden“,
sagt der Sprecher.
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