Deutsche Sparer setzen für die private Altersvorsorge zunehmend auf die Riester-Rente; im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Riester-Fondssparpläne fast verdoppelt. Dafür sinkt das Interesse an vermögenswirksamen Leistungen.
Deutsche, die mit der staatlich geförderten Riester-Rente vorsorgen, sparen zunehmend mit Investmentfonds. Das zeigt die aktuelle Statistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI). Der BVI vertritt die Interessen der Fondsindustrie. Demnach verzeichneten die Fondsgesellschaften in Deutschland Ende März erstmals mehr als 2 Millionen abgeschlossene Verträge für Riester-Fondsparpläne. Damit hat sich die Zahl der Riester-Fondssparer innerhalb eines Jahres um 50 Prozent erhöht - im Jahr zuvor gab es erst 1,35 Millionen dieser Verträge.
Das Interesse an Riester-Versicherungsverträgen scheint sich allerdings abzuschwächen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft vermeldet, dass im ersten Quartal 2008 etwas mehr als 457.000 Riester-Versicherungverträge abgeschlossen wurden – rund 6 Prozent weniger als im gleichen Quartal 2007. Sparer können selbst entscheiden, ob sie die Riester-Förderung für Fondssparpläne, Banksparpläne oder Versicherungen beantragen.
Vermögenswirksame Leistungen sind weniger beliebt als früher
Während Fondssparen mit Riester boomt, schwächelt eine andere Form des staatlich geförderten Vermögensaufbaus. Die Zahl der Fonds-Sparpläne mit vermögenswirksamen Leistungen (VL) ist seit Jahresanfang von 4,5 Millionen auf 3,9 Millionen gesunken. Ein Wert der weit entfernt ist vom Rekordstand Ende 2005, als die Fondsgesellschaften noch 6 Millionen Verträge vermeldet hatten. Der Fondsverband BVI glaubt, dass die VL-Sparpläne vieler Arbeitnehmer Anfang des Jahres ausgelaufen sind. Viele Beschäftigte hätten dann keine Anschlussverträge zu ihren fälligen VL-Sparplänen abgeschlossen, weil in einer ganzen Reihe von Tarifverträgen vermögenswirksame Leistungen in die betriebliche Altersvorsorge umgewidmet worden seien.
Auch die kommende Abgeltungssteuer habe möglicherweise das Sparverhalten der Arbeitnehmer beeinflusst. Unter der neuen Steuer, die ab 2009 gilt, werden alle Kapitalerträge pauschal mit 25 Prozent besteuert. Nach Ansicht des BVI wird die neue Steuer in vielen Fällen höher sein als die staatliche Förderung.
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