Nun hat auch noch der letzte große Lebensversicherer bekannt gegeben, wie seine Ausschüttung für das Jahr 2009 ausfällt. Die AachenMünchener, hinter der
Allianz die Nummer zwei am deutschen Markt, senkt ihre laufende Verzinsung von 4,4 auf 4,2 Prozent.
Das erklärte Jörg Linder, Sprecher der Konzernmutter Generali Deutschland, gegenüber BÖRSE ONLINE. Damit liegt die AachenMünchener exakt im Branchenschnitt. Die Tageszeitung „Hamburger Abendblatt“ hatte - noch ohne die Zahlen aus Aachen - errechnet, dass die Überschussbeteiligung der 40 größten Branchenvertreter für 2008 durchschnittlich 4,20 Prozent beträgt. Für 2008 wurde noch ein Wert von 4,39 Prozent erreicht.
Die sogenannte Gesamtverzinsung beträgt bei der AachenMünchener 4,8 nach 5,0 Prozent. Zum Vergleich die Werte der Allianz: Dort verharrt die laufende Verzinsung bei 4,5 Prozent, und auch die Gesamtverzinsung bleibt mit 5,1 Prozent konstant.
Die Verzinsung einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung setzt sich, vereinfacht gesagt, aus vier Töpfen zusammen:
- Garantiezins: Er beträgt für neue Policen derzeit 2,25 Prozent, für ältere Verträge werden bis zu vier Prozent bezahlt. Dieser Wert muss vom Versicherer in jedem Fall jedes Jahr ausgeschüttet werden.
- Überschussbeteiligung: Sie wird jährlich festgelegt – je nachdem, wie gut es dem Unternehmen geht. Einmal festgelegt, kann die Zusage für das bestimmte Jahr nicht mehr zurückgenommen werden. Zusammen mit dem Garantiezins ergibt dies die laufende Verzinsung. Manchmal wird auch die laufende Verzinsung selbst als Überschussbeteiligung bezeichnet.
- Schlussüberschuss-Anteile: Über ihre Höhe wird ebenfalls jedes Jahr neu entschieden. Allerdings sind die Angaben nicht verpflichtend; wenn es einem Unternehmen zum Zeitpunkt der Auszahlung schlecht geht, kann er auf die Überweisung der Schlussüberschuss-Anteile verzichten. Überschussbeteiligung plus Schlussüberschuss-Anteile ergeben die Gesamtverzinsung.
- Beteiligung an den stillen Reserven: Diese entstehen, wenn die Kapitalanlagen eines Versicherers am Markt mehr wert sind als in seinen Büchern. Falls also eine Aktie einen Einstandspreis von 100 Euro und einen aktuellen Kurs von 130 Euro hat, bestehen stille Reserven in Höhe von 30 Euro. An welchen Reserven und in welchem Umfang ein bestimmter Kunde in einem bestimmten Jahr beteiligt wird, obliegt im Wesentlichen dem Versicherer. Aber dass er zahlen muss, falls etwas zu vergeben ist, hat der Gesetzgeber im Jahr 2007 eingeführt.
Die jeweilige Ausschüttung bezieht sich auf den Sparanteil des Versicherungsvertrages; das ist die eingezahlte Prämie abzüglich der Kosten für Vertragsabschluss und Verwaltung. Bei Kapitallebensversicherungen wird außerdem der Todesfall-Schutz für die Hinterbliebenen abgezogen. Die Ausschüttung bezieht sich jeweils auf das folgende Jahr.
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