Beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung können Interessenten leicht ein schwaches Unternehmen erwischen. Neun Krankenversicherer schneiden laut einem aktuellen Bilanzrating von Morgen&Morgen (M&M) schlechter als der Markt ab, darunter namhafte Gesellschaften wie
Axa oder Inter. Die untersuchten 32 Unternehmen repräsentieren 98 Prozent des Marktes. Die Analysten aus Hofheim im Taunus hatten für ihre Untersuchung insgesamt 30.000 Bilanzdaten der Jahrgänge 2006 bis 2010 durchforstet.
In der privaten Krankenversicherung schließen Kunden ihren Vertrag in der Regel für ein ganzes Leben ab. Grund: Ein späterer Wechsel des Versicherers ist meist mit finanziellen Nachteilen verbunden. Das bedeutet: Die Situation eines Unternehmens ist für Kunden von großer Bedeutung. Die Analysten bewerteten die Bilanzen der Versicherer unter anderem nach Kriterien wie Kosten, Erfolg bei der Kapitalanlage und Reserven.
Das M&M-Rating unterteilt den Markt der Krankenversicherer insgesamt in fünf Klassen von 5 Sternen ("ausgezeichnet") bis zu einem Stern ("sehr schwach"). "Ein solides Unternehmen sollte mindestens drei Sterne vorweisen können", sagt Martin Zsohar, Geschäftsführer von Morgen&Morgen.
Dieses Klassenziel erreichten immerhin 23 Gesellschaften. Die Topnote "ausgezeichnet" schafften neben Marktriese Debeka auch Alte Oldenburger und R+V sowie die kleine DEVK. Als Schlusslichter des Marktes rangieren hingegen die Kölner
Axa mit rund 2,4 Millionen Versicherten sowie Inter und Mannheimer. Schwach schnitten zudem auch bekannte Namen wie Central, Gothaer und Universa ab. Für Interessenten ist das keine Empfehlung.
Bei der Auswahl einer privaten Krankenversicherung kommt es für Kunden neben der Unternehmensbilanz auch auf gute und passende Produkte sowie möglichst stabile Beiträge an. "Die Bilanzen des Unternehmens sind nur ein Kriterium bei der Auswahl des Vertrages, aber ein Wichtiges", sagt Zsohar.
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