Die Fondsgesellschaft
Allianz Global Investors (AGI) hat Aktien von Unternehmen abgestoßen, die möglicherweise an der Produktion von Streubomben beteiligt sind. Das erklärte ein Sprecher der Allianz-Tochtergesellschaft.
Namen von Firmen nannte der Sprecher unter Hinweis auf Compliance-Gründe nicht und sagte lediglich, dass es sich um „zuletzt strittige Werte“ handle. Dies deutet darauf hin, dass es um Papiere der amerikanischen Waffenhersteller Lockheed Martin und Raytheon geht. Die Zeitschrift „Finanztest“ hatte aufgedeckt, dass sich beide Werte zumindest zeitweise in einem AGI-Fonds befanden, der bei fondsgebundenen Riester-Versicherungen zur Angebotspalette gehörte.
Die Verbraucherzentrale Bremen hatte unter Hinweis auf „Finanztest“ zum Boykott gegen Riester-Anbieter aufgerufen, die Investments in Streubomben-Hersteller nicht ausdrücklich ausschließen und dies auch nicht glaubhaft belegen können. Damals hatte ein AGI-Sprecher allerdings erklärt, Lockheed Martin und Raytheon hätten auf Anfrage mitgeteilt, sie seien am Bau von Streubomben nicht mehr beteiligt.
Streubomben sind seit vergangenem August im Rahmen eines Abkommens international geächtet. Jetzt teilte AGI mit, dass man aus Anlass dieser Ächtung die eigenen Portfolien überprüft und eine systematische Bereinigung in Gang gesetzt habe. „Darüber hinaus wurden die notwendigen Prozesse aufgesetzt, um für die Zukunft ein Investment in derartigen Firmen zu verhindern.“ Hierzu habe AGI eine Liste von Unternehmen erstellt, die nicht in das Investment-Universum der Publikumsfonds aufgenommen werden dürfen. Die Liste selbst sei allerdings der Öffentlichkeit nicht zugänglich – wiederum aus Compliance-Gründen.
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