Die Verbraucherschützer beziehen sich auf eine Umfrage der Zeitschrift „Finanztest“, wonach nur 12 von angeschriebenen 174 Gesellschaften solche Anlagen ausdrücklich ausschließen und dies auch glaubhaft belegen konnten. Streubomben gelten als besonders heimtückisch und sind durch ein internationales Abkommen seit vergangenem August geächtet. Die Tester hatten in Produkten von AGI, der Fondsgesellschaft der
Allianz, und der Deka, der Fondsgesellschaft der Sparkassen, Aktien von Streubomben-Produzenten gefunden. So seien im Fonds
Allianz RCM US Equity - er ist bei fondsgebundenen Riester-Versicherungen der
Allianz zuwählbar – Aktien der amerikanischen Waffenproduzenten Lockheed Martin und Raytheon enthalten.
Ein Deka-Sprecher sagte auf Anfrage, Publikumsfonds seines Hauses seien nicht in solche Papiere investiert. Ein AGI-Sprecher bestätigte die Investments in Lockheed Martin und Raytheon. Er betonte jedoch, dass beide Firmen nach eigenen Angaben keine Streubomben produzieren. „Daher wurden Positionen in diesen Unternehmen zunächst nicht abgebaut.“ Dies sei aber keine finale Entscheidung. „Wir sind derzeit dabei, intern zu prüfen, ob ein Investment in diesen Unternehmen fortbestehen kann oder nicht.“
„Finanztest“ weist auf ein weiteres Problem hin, das alle Riester-Anbieter betreffen kann: Die Stiftung hat fünf amerikanische Hersteller von Streubomben identifiziert; Aktien von mehreren oder allen dieser Firmen sind in den Indizes MSCI World, MSCI World Large Cap und S&P 500 enthalten. Konsequenz: Wer in entsprechende Indexfonds anlegt, holt sich solche umstrittenen Investments ins Haus.
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