Versicherungen

Versicherungen Beschwerden meist aussichtlos

[14:05, 22.07.08]


Die Chancen von Versicherungskunden, in Streitfragen recht zu bekommen, bleibt gering. Wie Daten der brancheneigenen Schlichtungsstelle für 2007 ergeben, waren lediglich 18,8 Prozent aller Beschwerden erfolgreich.


Günter Hirsch, der neue Versicherungsombudsmann.

 Günter Hirsch, der neue Versicherungsombudsmann.

Im Jahr zuvor lag die Zahl mit 17,6 Prozent allerdings noch niedriger. Etwa ein Drittel aller Anträge wurden von vorneherein als unzulässig abgelehnt. Die Schlichtungsstelle heißt Versicherungsombudsmann e.V. und wurde bis zum 1. April 2008 vom ehemaligen Bundesrichter Wolfgang Römer geleitet. Seit diesem Datum hat Günter Hirsch, ebenfalls ein Ex-Bundesrichter, das Amt inne.

Bei den zulässigen Beschwerden kam es darauf an, welche Versicherungsart die Eingaben betrafen. Bei Lebensversicherungen waren gerade mal 13,8 Prozent von Erfolg gekrönt, bei anderen Sparten betrug die Quote zusammengerechnet immerhin 38,9 Prozent. Das Missverhältnis ist aus Sicht der Kunden unangenehm, weil fast die Hälfte aller Anträge zu Lebensversicherungen einging – also just in dem Segment mit der geringsten Erfolgswahrscheinlichkeit.

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit stieg im vergangenen Jahr von 2,0 auf 2,7 Monate, bei den zulässigen Beschwerden sogar von 2,8 auf 4,0 Monate. Ombudsmann Hirsch kündigte kürzlich im Interview mit BÖRSE ONLINE an, hier Abhilfe schaffen zu wollen: „Möglicherweise müssen wir Abläufe umorganisieren und Neueinstellungen vornehmen. Ich bin zuversichtlich, dass das nötige Geld zur Verfügung gestellt wird.“ Der eingetragene Verein hat etwa 40 Beschäftigte und wird von der Versicherungswirtschaft getragen. Dennoch betrachtet er sich als neutral aufgestellt.

Die Zahl der Beschwerden sank leicht von 18.451 auf 17.592. Allerdings hatte es 2006 den größten Andrang bei der Schlichtungsstelle gegeben, seit sie 2001 gegründet worden war. Auch im laufenden Jahr scheint der Versicherungsombudsmann stark nachgefragt zu sein. Im ersten Quartal gab es 4674 Eingaben, das war ähnlich viel wie in den beiden Jahren zuvor.



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