Versicherungen

Versicherungen Konkurrenz zu Bankprodukten bleibt

[11:55, 29.07.10]


Trotz des Drucks der Finanzaufsicht bleiben Versicherer hart: Sie wollen Banken weiterhin Konkurrenz machen - mit Produkten, die wie Tages- oder Festgeld funktionieren.


Von neun teilnehmenden Anbietern erklärte kein einziger, dass es zu prinzipiellen Korrekturen kommen wird. Unisono hieß es, dass man die Anforderungen der Aufseher jetzt schon erfülle. Die Umfrage fand unter Versicherern statt, die Banken Konkurrenz machen und Produkte offerieren, die aus Kundensicht wie Tages- oder Festgeld funktionieren. Rechtlich betrachtet handelt es sich allerdings um Versicherungsverträge.

Wie die Financial Times Deutschland berichtet hatte, verschärft die Bafin die Regeln für Versicherer, die kurzfristiges Geschäft gegen Einmalbeitrag annehmen. Sie will damit die Benachteiligung bestehender Kunden und Liquiditätsengpässe verhindern, falls es zu Massenkündigungen kommt. Die Finanzaufsicht hatte im Frühjahr die Lebensversicherer zu dem Problem befragt und als Konsequenz daraus zwei Dokumente zur Konsultation veröffentlicht. Eines davon ist eine verbindliche Anweisung der Bafin an alle Lebensversicherer. Sie zwingt diese, unverzüglich Gelder aus Einmalbeitragsgeschäften in einem separaten Kapitalstock zu führen, wenn sie drei Prozent des gesamten Sicherungsvermögens überschreiten. Bislang galt dies nur als Empfehlung.

Die finanziellen Konditionen der Kapitalisierungsprodukte haben sich allerdings zuletzt teilweise stark verändert, ergab die Umfrage. So offeriert der Direktversicherer Cosmosdirekt sein „Tagesgeld Plus“ nur noch mit einer jährlichen Verzinsung von 1,75 Prozent. Bei der letzten Erhebung im Mai waren hier noch 2,1 Prozent geboten. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Konkurrenten Ergo Direkt. Hier sind für das Monatsgeld „Maxizins“ lediglich 1,50 Prozent drin (nach 2,0 Prozent). Außerdem wird das Produkt nicht mehr offensiv auf der Homepage beworben.

Unverändert viel zu holen gibt es beispielsweise beim einjährigen Festgeld „Cash Growth“ der  Swiss Life. Hier werden weiterhin satte 2,75 Prozent im Jahr bezahlt. Die Versicherungskammer Bayern bietet unverändert 1,25 Prozent. Letztere beiden Produkte sind allerdings nur für bestehende Kunden erhältlich.

Neben den genannten Firmen an der Umfrage teilgenommen haben Aachenmünchener,  Allianz,  Axa, LV 1871 und Zurich. Die Provinzial Rheinland verweigerte eine Antwort – „auch aufgrund der aktuellen Bafin-Konsultation“.


 

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