Griechenlands Krise dürfte die Märkte heute wieder belasten, die nächste Auktion für langfristige europäische Staatsanleihen steht vor der Tür, und auch die Weltbank drückt mit einer neuen Prognose auf die Stimmung.
Nun ist es amtlich: Die Weltbank hat ihre Wachstumserwartungen der Weltwirtschaft für dieses Jahr deutlich gesenkt und erwartet für Euroland aufgrund der Schuldenkrise sogar eine Rezession. Kurzfristig steht allerdings die Lösung der Schuldenproblematik im Vordergrund der Märkte, und so richtet sich der Fokus heute wieder auf Griechenland, wo Verhandlungen über einen Schuldenschnitt mit der Troika anstehen. Sollte keine Lösung erzielt werden, droht der griechische Regierungschef Papademos mit einem Gesetz zu einem Forderungsverzicht.
Der Ausgang der Verhandlungen ist weiter ungewiss, aber die Ratingagentur Fitch ist davon unbeeindruckt. Sie geht weiter von einer Pleite Griechenlands aus, sogar wenn eine Einigung erzielt werden sollte. Trotzdem waren die gestrigen Bondauktionen über kurzfristige europäische Anleihen erfolgreich. Das dürfte allerdings weniger mit dem gestiegenen Vertrauen als mit der Unterstützung der EZB zu tun haben, die den Banken weiter billiges Geld zur Verfügung stellt, um höher rentierliche Anleihen zu erwerben. Morgen stehen länger laufende Anleihenauktionen von Spanien und Frankreich an.
Positives ist derzeit auch nicht aus den USA zu melden, wo die Veröffentlichung des vergangenen Quartalsergebnisses der
Citigroup gestern stark enttäuschte. Heute stehen
Goldman Sachs (um 14 Uhr) und
Bank of America an, deren Erwartungen nach der Citigroup-Enttäuschung moderat sind. Das könnte allerdings Überraschungspotenzial bergen, aber der kurzfristige Trend für Europa bleibt negativ.
Mutige Anleger können mit einem Knock-out-Bear Papier auf den EuroStoxx 50 profitieren. Die
Deutsche Bank bietet ein solches Papier auf den europäischen Leitindex mit einem Hebel von knapp 50 an. Dieser Hebel ermöglicht schnell hohe Gewinne, allerdings ist auch ein Totalverlust möglich. Daher gilt: Kapitaleinsatz gering halten und das Risiko einkalkulieren. Alternativ bieten sich Gewinnmitnahmen nach einer Abwärtsbewegung an.
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