Kaum hat die Sonne den letzten Schnee geschmolzen,
steht für Anleger schon die
nächste Freude bevor: die Dividendensaison.
So wird der Zeitraum im Frühjahr gern genannt,
weil zahlreiche Unternehmen traditionell
in den Monaten April und Mai einen Teil ihrer Gewinne
an die Aktionäre ausschütten. Dieses Jahr werden
allein die 30 DAX-Unternehmen für das Geschäftsjahr
2009 rund 20 Milliarden Euro an Dividende ausschütten.
Was passiert aber mit den Dividendenzahlungen, wenn
nicht direkt in Aktien investiert wird, sondern in Form
eines Zertifikats? Da die Dividendenrendite gerade bei
Standardwerten zum Teil fünf Prozent und mehr ausmacht,
ist dies ein für Anleger in diesen Zeiten nicht zu
unterschätzendes Thema.
Besonders transparent ist die Handhabung von Dividenden
beim Klassiker unter den Zertifikaten – dem Indexzertifikat.
Hier ist die entscheidende Frage: Kurs- oder
Performance-Index? Bezieht sich ein Indexzertifikat auf
einen Kursindex, werden Dividendenzahlungen nicht berücksichtigt.
Der Anleger ist folglich gegenüber Direktinvestoren
benachteiligt. Besser stehen Anleger da, die
ein Indexzertifikat auf einen Performance-Index auswählen,
da hier Dividenden in der Berechnung berücksichtigt
werden. Der Indexstand erfährt also nicht den
charakteristischen Sprung nach unten, sobald eine Aktie
ohne Dividendenanspruch gehandelt wird.
Bei den meisten Zertifikaten, die eine Optionskomponente
beinhalten – beispielsweise bei Discountzertifikaten
–, oder auch bei den klassischen Optionsscheinen
wird die Dividende eingepreist. Eine Ausschüttung findet
also nicht statt, dafür führt die erwartete Dividende bereits
vor der Ausschüttung zu einem angepassten Preis
des Zertifikats. Ein Abschlag am Tag der Dividendenauszahlung
ist bei diesen Produkten also nicht zu beobachten
– vielmehr beeinflusst die Höhe der erwarteten Dividende
die Konditionen dieser Zertifikate fortlaufend.
Zu guter Letzt wären da noch die Knock-out-Produkte.
Bei Open-End-Produkten wird die Dividende nicht
fortlaufend eingepreist, sondern führt am Tag des Dividendenabschlags
zu einer Änderung der Produktparameter.
So wird z. B. die Knock-out-Schwelle je nach Art
des Produkts anhand fester Regeln um den Betrag der
Dividende nach unten oder oben gesetzt, damit der Dividendenabschlag
den Preis des Produkts nicht beeinflusst.
Bei laufzeitbegrenzten Knock-out-Scheinen hingegen
gilt das gleiche Vorgehen wie bei Produkten mit
Optionskomponente: Die Dividende wird schon im
Vorfeld in den Kurs eingepreist.
Wenn sich also in den kommenden Wochen die großen
Hallen wieder mit Aktionären zur Hauptversammlung
füllen, sind durchaus einige Turbulenzen möglich.
Zertifikateanlegern blüht jedoch keine Überraschung infolge
der Dividendenausschüttungen, und sie können sich
beruhigt an der Frühlingssonne erfreuen. Ob diese scheint
oder nicht, steht jedoch in keinem Verkaufsprospekt.
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