Auf Grund der zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten
können Anleger in jeder
Marktsituation verschiedene Strategien verfolgen.
Die Mischung aus Long- und Short-Positionen
auf der einen mit den Instrumenten Call, Put oder
Future auf der anderen Seite ergibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Um die Chancen zu verdeutlichen,
haben wir drei attraktive Strategien ausgewählt,
die sich zudem leicht umsetzen lassen.
Depotabsicherung
Eine einfache und daher sehr häufig angewandte
Strategie an der Eurex ist die Absicherung eines
Aktiendepots mit Index-Futures. Einzige Voraussetzung
hierfür ist eine Depotstruktur, die dem
jeweiligen Index ähnelt. Um beispielsweise ein
Depot aus deutschen Standardwerten mit einem
DAX-Future abzusichern, reicht es aus, wenn im
Depot rund zehn deutsche Blue Chips vorhanden
sind. Dann besteht eine hohe Korrelation zum
Index und damit zur Bewegung im Future. Ein
Anstieg im DAX beziehungsweise im Future
bedeutet gleichzeitig ein Plus im Depot. Ist die
Korrelation sehr hoch, bewegen sich Aktienportfolio
und Index annähernd gleich.
Um das DAX-korrelierte Portfolio nun zu
schützen, werden DAX-Futures verkauft. Dadurch
sichert sich der Anleger das aktuelle Kursniveau.
Denn Gewinne aus der einen Position
gleichen die Verluste aus der anderen nahezu aus
und umgekehrt. Das so abgesicherte Depot partizipiert
weder an steigenden noch an fallenden
Kursen. Es entspricht einem Verkauf des gesamten
Depots, nur sind die Gebühren in der Regel
um ein Vielfaches günstiger, als hätte man alle Aktien
einzeln verkauft. Außerdem lassen
sich Gewinne absichern, bis sie aus der Spekulationsfrist
heraus sind – also steuerfrei.
Die Anzahl der Futures, die zur Absicherung
eines Depots nötig ist, lässt sich einfach und
schnell ausrechnen. Dazu wird der Depotwert
durch den aktuellen Indexstand sowie den Punktwert dividiert. Soll beispielsweise
ein Depot im Wert von 38 000 Euro,
das mit europäischen Blue Chips bestückt ist, gegen
Verluste geschützt werden, wird ein Euro-
Stoxx-50-Future verkauft (38 000 : 3800 : 10).
Haben Anleger dagegen nur wenige Titel im
Depot, aber mit einer großen Stückzahl, ist meist
eine Absicherung mit Aktien-Futures sinnvoller.
Sie funktioniert ähnlich wie bei Index-Futures,
nur dass in der Regel 100 Aktien als Basiswert
zu Grunde liegen. Wenn zum Beispiel 1000 Adidas-
Aktien abgesichert werden sollen, müssen
Anleger zehn Adidas-Futures-Kontrakte verkaufen,
damit das Portfolio risikoneutral ist. Gewinne
in der einen Position gleichen dann die
Verluste in der anderen aus.
Flexibler als die Futures-Absicherung sind
Optionen. Voraussetzung für die Absicherung ist
hier ebenfalls eine ähnliche Wertentwicklung von
Depot und Index. Der Kauf eines Index-Puts sichert
das Aktien-Portfolio variabel ab: Bei fallenden
Kursen ist das Depot ähnlich geschützt wie
beim Future, aber bei steigenden Kursen profitiert
der Anleger dennoch. Der Put verfällt zwar
wertlos, aber das Depot gewinnt an Wert, weil die
Aktienkurse steigen und idealerweise die Verluste
aus dem Put-Kauf überkompensieren. Anleger profitieren also unter Abzug der gezahlten Put-
Prämie auch dann, wenn der erwartete Kurseinbruch
nicht eintritt. Da Futures- oder Put-Absicherungen
jedoch immer etwas kosten, sollten
Anleger sie nicht dauerhaft einsetzen.