Der Handel mit Optionen und Futures ist
einfach und muss nicht teuer sein. Meist
hat die Hausbank um die Ecke sehr hohe
Gebühren für den Terminmarkthandel, doch es
gibt einige Discountbanken oder spezialisierte
Options- und Futures-Broker, die das gleiche Geschäft
deutlich günstiger anbieten.
Während gewöhnliche
Banken oft zwischen 20 und etwas über
100 Euro pro Transaktion am Terminmarkt verlangt,
bieten die meisten Spezialinstitute das Geschäft
zu einem Bruchteil davon an. Für risikobereite
Anleger, die häufiger die Möglichkeiten an der
Eurex nutzen wollen, lohnt es sich also, ein Depot
bei diesen spezialisierten Instituten zu eröffnen.
Bei den Gebühren gilt es zwischen „halfturn“
und „roundturn“ zu unterscheiden. Die Gebühr
für eine einzelne Transaktion in einem Optionsoder
Futures-Kontrakt wird als halfturn bezeichnet.
Da jedes eingegangene Geschäft auch geschlossen
werden muss, fallen aber Kosten für
An- und Verkauf an. Diese Gesamtkosten
bezeichnet man auch als Roundturn-Gebühren.
Die günstigsten Angebote für Futures und Optionen
liegen bei weniger als zwei Euro halfturn.
Die Kosten pro Transaktion sind nicht alles,
auch wenn die Unterschiede teilweise groß sind.
Denn es gibt einen Mengenrabatt: Die Handelsentgelte
können mit der Anzahl der Trades verringert
werden. So bietet beispielsweise Sino
günstigere Konditionen an, wenn jemand mehr
als 400 Kontrakte im Monat handelt. Ähnlich
verfahren auch andere Broker. So viele Kontrakte
sollten aber nur sehr terminmarkterfahrene Anleger
handeln. Für Einsteiger empfiehlt es sich, auch
auf andere Punkte achten, wie zum Beispiel
den Service oder einen möglichen Telefonhandel,
wenn der Computer mal abstürzt.
Auf Grund des vollelektronischen Handels an
der Eurex brauchen Nutzer eine Software, mit derer
sie ihre Aufträge weiterleiten. Diese Orderrouting-
Programme erlauben es dem Anleger
nicht nur Aufträge einzugeben, sondern auch die
eigenen Positionen sofort zu überschauen. Üblicherweise
kann die Orderrouting-Software kostenlos
genutzt werden.
Alle Broker bieten die an der Eurex zur Verfügung
stehenden Ordermöglichkeiten an, teilweise
sogar noch weiterführende Auftragsarten.
Die Eurex-Aufträge werden in drei große Kategorien
eingeteilt: Market-, Limit- und Stopp-Orders.
Darüberhinaus gibt es noch verschiedene
Ausgestaltungen. Bei einer Market-Order agiert
der Anleger ohne Limit und akzeptiert jeden
Preis. Er kauft einen Future oder eine Option billigst
oder verkauft bestens. Diese Aufträge sollten
aber nicht in einem Markt einsetzen, der nach
wichtigen Ereignissen, wie der Veröffentlichung
von Wirtschafts- oder Unternehmensdaten, sehr
stark schwankt. Dann kann nämlich der erzielte
Preis sehr weit vom avisierten Preis entfernt sein.
In volatilen Märkten ist es besser, mit Limit-
Orders zu arbeiten. Sie werden zu einem vom Anleger
festgelegten oder sogar zu einem besseren
Preis ausgeführt. Eine weitere Auftragsart sind
Stopp-Orders, die aber nur für Futures-Geschäfte
existiert. Wird der Stoppkurs erreicht, wandelt
sich die Stopp-Order in eine Market-Order. Daher
kann sie zu einem besseren, aber auch schlechteren
Kurs als der Stoppkurs ausgeführt werden.
Beim schnellen Handel mit Futures und Optionen
kann aber nicht nur eine gute Software über
Gewinn oder Verlust entscheiden, auch die Kursund
Informationsversorgung muss zuverlässig
sein. So sollte man einen Future nie ohne Echtzeitdaten
handeln beziehungsweise ohne Nachrichtenanschluss,
über den man sofort über aktuelle
marktrelevante Ereignisse informiert ist. An
dieser Stelle werden zwar auch noch mal Gebühren
fällig, doch bieten die meisten Broker verschiedene
Pakete für die zu beziehenden Informationen
kostengünstig an. Die Preise fangen je nach
Umfang bei rund zehn bis 15 Euro im Monat an.