Die Liquidation des Londoner Hedgefonds Peleton Partners vor einer Woche hat für Aufregung gesorgt. Die Sorge, dass Hedgefonds jetzt reihenweise pleite gehen und das Weltfinanzsystem in eine Krise stürzen, ist aber unbegründet. Das war jedenfalls der allgemeine Experten-Tenor bei der Alternative Investor Conference in Frankfurt.
Insider rechnen zwar in den kommenden Monaten noch mit einigen weiteren Pleiten von Hedgefonds, sehen aber kein Massensterben. „Das Jahr 1998 wird sich nicht wiederholen“, zeigt sich Claus Hilpold vom Schweizer Dach-Hedgefondsanbieter Harcourt verhalten optimistisch. Im Unterschied zu damals komme die Krise nicht überraschend, sondern die Branche habe wegen der Subprimeprobleme mit Schwierigkeiten gerechnet und sich vorwiegend entsprechend positioniert.
1998 hatte die Beinahe-Pleite des Long-Term-Capital-Management-Fonds (LTCM) das Weltfinanzsystem ins Wanken gebracht. Ein ähnlicher Fall ist zur Zeit nicht in Sicht. Dennoch muss man mit einigen Turbulenzen rechnen. Vor allem Fixed-Income-Fonds, die versuchen, Renditedifferenzen bei Anleihen auszunutzen, werden nach Ansicht von Profis Probleme bekommen. Das diese Spreads sehr gering sind, hebeln diese Hedgefonds die Gewinne, um eine ordentliche Rendite erzielen zu können. Sie setzen also viel Fremdkapital ein. Genau hier liegt aber nun die Krux. Die Investmentbanken als Kreditgeber verlangen derzeit höhere Sicherheitsleistungen, weshalb den hoch gehebelten Hedgefonds nichts anderes übrig bleibt, als Positionen zu liquidieren, um die Kredite zurückzahlen zu können. Gerade im US-Hypothekenbereich, in dem Peleton stark engagiert ist, sind aber gegenwärtig nur sehr schlechte Kurse beim Verkauf erzielbar. Die Notverkäufe einiger Hedgefonds lösten weiteren Druck auf die Kurse aus. Deshalb erzielte Peleton für sein Portfolio nur einen geringen Wert, was schließlich dazu führte, dass der Fonds liquidiert werden muss.
Banken ziehen die Kreditschrauben an
Dieses Schicksal könnte noch einigen anderen Fixed-Income-Fonds, die mit hohem Fremdkapitaleinsatz arbeiten, drohen. „Während die Banken bis vor kurzem den spekulativen Hedgefonds das Kapital noch hinterherwarfen, sind sie nun ins andere Extrem verfallen und reduzieren ihre Kreditlinien dramatisch. Selbst Fonds mit Hebeln von fünf oder sechs, der im Fixed-Income-Sektor nichts Ungewöhnliches sind, geraten dadurch zum Teil in Schwierigkeiten“, kritisiert ein Brancheninsider das übertriebene Sicherheitsbedürfnis der Investmentbanken. „Zuvor konnte es ihnen nicht riskant genug sein, jetzt kann es nicht sicher genug sein“, spottet er.
Neben den Bonds-Fonds könnten auch noch einige Hedgefonds, die sich auf Long-Short-Equity und Wandelanleihen konzentrieren, in Schwierigkeiten geraten. Die Long-Short-Equity-Strategie setzt gleichzeitig auf steigende und auf fallende Aktien. Die meisten dieser Vehikel haben ihren Schwerpunkt aber auf long, profitieren also von anziehenden Kursen. Im Zuge der Korrektur erleiden sie nun Verluste. Der Großteil dieser Fonds hat aber nur einen Hebel von zwei. Problematisch dürfte es nur für solche werden, die Hebel von drei oder höher fahren, also eine Minderheit.
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