Die Rating-Agentur Moody’s sorgt wieder einmal für Aufsehen. Im Zuge der Wirtschaftskrise können immer weniger Kreditkartenbesitzer ihre Schulden begleichen. Nach Einschätzung der Experten könnten die Ausfälle für Kreditkarten-Anbieter bis zum Jahresende auf einen zweistelligen Prozentbereich ansteigen.
Dabei würde sich allerdings gerade einmal nur um solche Ausfälle handeln, die nach Einschätzung der Unternehmen mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr eingetrieben werden können. Das wahre Ausmaß wäre also im „Worst-Case“-Fall noch wesentlich schlimmer. Dennoch wäre das Volumen der drohenden Abschreibungen bei einer Ausfallrate von zehn Prozent mit geschätzten 75 Milliarden US-Dollar enorm und könnte neue Schockwellen in die Finanzmärkte senden.
Die Zahlen zur Ausfallrate geben jedenfalls wenig Hoffnung: Während die Quote im vergangenen Jahr bei geschätzten sechs bis sieben Prozent lag, verzeichnete die Rate im Februar den sechsten Monat in Folge Zuwächse auf nun 8,82 Prozent. Damit erreichte der Kreditkarten-Index von Moody’s den höchsten Stand in der 20-jährigen Geschichte.
Als wäre die Lage nicht schon schlimm genug, droht sich die Situation sogar noch weiter zu verschärfen. Die Arbeitslosenrate in den USA steigt immer kräftiger an und belastet somit zunehmend die Zahlungsfähigkeit der Bürger. Ein Blick auf den 4-Wochen-Durchschnitt der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (auf Wochenbasis) lässt Böses erahnen: Im April 2008 lag der Index noch bei rund 370.000, sechs Monate später waren es bereits 480.000 – ein Plus von 30 Prozent. Nach den am Donnerstag veröffentlichten Daten liegt der Index bei beängstigenden 660.000 und damit um 37 Prozent über dem Stand vom Oktober 2008.
Wie angespannt die Lage derzeit ist, zeigen auch neue Daten des Landwirtschaftsministeriums. Demnach ist inzwischen jeder zehnte Bürger auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Im Januar habe eine Rekordzahl von 32,2 Millionen Bedürftigen Lebensmittelmarken erhalten.
Wie passt das zusammen? Unter der Entwicklung leiden Unternehmen wie
American Express (AE). Der gemessen am Umsatz größte Kreditkartenanbieter wies für Februar eine Ausfallrate von 8,7 Prozent aus, nach 8,3 Prozent im Januar. Das Problem von American Express: Während Konkurrenten wie Visa und Mastercard nur die Bezahltransaktionen abwickeln, stehen bei AE die Kreditkartenschulden der Kunden in den eigenen Büchern.
Die Aktie hat sich inzwischen von ihrem jüngsten Tief bei 9,71 US-Dollar um mehr als 50 Prozent erholt – ein kräftiger Rücksetzer ist angesichts der sich zuspitzenden Lage daher jederzeit möglich. Zudem ist der Wert am Widerstand bei 15 US-Dollar angekommen.
Short-Papiere auf den US-Wert sind leider nur rar gesät. Spekulative Anleger, die beim Favoriten des Tages
Das nächste Desaster droht vom 07. November noch nicht eingestiegen sind, sollten sich das Papier erneut genauer ansehen. Der Basispreis liegt bei 48 US-Dollar, das Knock-out-Niveau bei 44,60 US-Dollar. Der Spread des unbegrenzt laufenden Zertifikats liegt bei vier Prozent. Zur Verlustbegrenzung sollte der Stoppkurs bei rund 2,10 Euro platziert werden, was derzeit einem Kurs der Amex-Aktie von rund 20 US-Dollar entspricht.
Knock-out-Bear auf
American Express
WKN: AA021Q
Basis: 48,31 US-Dollar
Knock-out-Barriere: 44,60 US-Dollar
Hebel: 0,43
Kurs: 2,59 Euro
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