126,98 $ je Barrel war das vorerst letzte Wort beim Ölpreis. Dieses neue Rekordhoch wurde gestern Nachmittag notiert, nachdem neue Gerüchte über Lieferschwierigkeiten und Kapazitätsengpässe die Runde machten. Es mehren sich jedoch die Zweifel, ob diese Begründungen nicht nur vorgeschoben sind, um eine Spekulationsblase noch größer werden zu lassen.
Dafür spricht, dass momentan ausreichend Öl auf dem Weltmarkt vorhanden ist. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) sieht keinen Grund für eine Erhöhung der Fördermenge, da schlicht und einfach ein genügendes Angebot vorhanden sei. Selbst Produktionsausfälle in Nigeria konnten weitgehend problemlos kompensiert werden.
Und auch unter den Experten ist man sich über den kurzfristigen Trend beim Ölpreis uneinig. Während einer der Partner der Investmentbank
Goldman Sachs selbst innerhalb kurzer Zeit einen Anstieg auf bis zu 200 Dollar für möglich hält, lautet die offizielle Einschätzung der Goldman-Experten, dass man für das Jahr 2008 einen Durchschnittspreis knapp oberhalb von 100 Dollar erwartet.
Für eine Abschwächung beim Preis spricht auch, dass die Lagerbestände kurzfristig auf einem normalen bis erhöhten Niveau liegen. Hinzu kommt, dass der Ölpreis gewöhnlich bis zu Pfingsten eine saisonale Unterstützung erfährt, die daraufhin langsam abnimmt.
Als letzten Punkt führen Ölskeptiker die Spekulation ins Felde. Angeblich trieben Finanzinvestoren die Preise auf immer neue Höhen, da sie große Mengen an Geld anlegen müssen. Das Argument dagegen lautet, dass der Ölpreisanstieg zu wesentlichen Teilen dem schwachen Dollar und der explodierenden Inflation geschuldet ist. Zumindest das erste Argument passt nicht ganz. Denn der letzte Ölpreisschub von 110 in Richtung 127 Dollar seit Ende April kann nicht an der Währung liegen. Der Dollar legte in diesem Zeitpunkt nämlich um rund fünf Cent zu.
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