Eine neue Studie zeigt, wann Discounter einem Direktinvestment überlegen sind. Im Jahr 2009 ist das Ergebnis eindeutig, 2010 kann man durchaus anderes erwarten.
Die
Deutsche Bank stellt im ersten Quartal ihre Studie zum Thema Discounter vor. Als Erhebungszeitraum steht mittlerweile die Zeitspanne zwischen November 1999 und Dezember 2009 zur Verfügung. Untersucht wurden insgesamt 24.511 Diskont-Zertifikate der
Deutschen Bank, die nach dem 4. November 1999 emittiert wurden und deren Laufzeit bis zum 23. Dezember 2009 endete. Dabei bezogen sich insgesamt 18.841 Diskont- Zertifikate auf Aktien, 5.423 Diskont-Zertifikate auf Indizes und 247 auf Rohstoffe. Mit 67,7 Prozent stellten deutsche Aktien und Indizes den Großteil der Basiswerte dar, gefolgt von Indizes aus der Europäischen Union mit 6,7 Prozent und US-Amerikanischen Aktien oder Indizes mit 6,0 Prozent. Die Anzahl der in der Studie vertretenen Herkunftsländer von Basiswerten blieb im Vergleich zur Vorjahresstudie mit 38 Ländern konstant.
Die Ergebnisse über die letzten zehn Jahre sehen dabei wie folgt aus:
73,2 Prozent der 24.511 untersuchten Diskont-Zertifikate haben sich über ihre jeweilige Produktlaufzeit besser entwickelt als der ihnen zu Grunde liegende Basiswert. Gleichzeitig wiesen 59,5 Prozent der Diskont-Zertifikate zum Laufzeitende eine positive Wertentwicklung auf. Über die jeweilige Produktlaufzeit erzielten 39,3 Prozent der entsprechenden Basiswerte eine positive Rendite. Mit 21,4 Prozent der Diskont-Zertifikate konnten Anleger im betreffenden Zeitraum (4. November 1999 bis 23. Dezember 2009) eine positive Rendite erzielen, obwohl sich der zu Grunde liegende Basiswert in der jeweils selben Zeitspanne negativ entwickelt hat. Insgesamt erzielten 43,4 Prozent der Diskont-Zertifikate zum Laufzeitende ihre maximale Rendite. Seit der letzten Studie im Januar 2009 reduzierte sich das ausstehende Volumen der Diskont-Zertifikate von 6,7 Mrd. Euro auf 6,3 Mrd. Euro per Ende Dezember 2009. Dies entspricht einem Rückgang um zirka 6,0 Prozent.
Soweit sprechen die Zahlen klar dafür, Discountpapiere auch in der Zukunft als Beimischung in ein Depot einzubeziehen. Einige Punkte müssen in Bezug auf die vergangenen 10 Jahre und speziell auf die Jahre 2008-2009 berücksichtigt werden. Zwischen 1999 und 2009 hat sich der DAX per Saldo beinahe nicht bewegt. In einem solchen Umfeld, währenddessen auch zwei veritable Krisen in Form der New-Economy-Blase Anfang der 2000-er Jahre sowie der Lehman-Krise ab 2008 lagen, entwickeln sich Discounter beinahe zwangsläufig besser im Vergleich zu vielen Basiswerten. Hinzu kommt, dass sowohl bei der ersten als auch speziell zu Beginn der zweiten Krise die Volatilitäten extrem anstiegen und damit den Konditionen für Discountpapieren in die Karten spielten. Dies ist 2010 keineswegs der Fall, im Gegenteil sieht das Umfeld für Discountzertifikate aktuell vergleichsweise mau aus.
Weiter wird es spannend zu beobachten sein, wie sich die Studie entwickelt, wenn die Märkte eine Dekade einläuten, die per Saldo aufwärts gerichtet sein wird. Dann sollte das Direktinvestment gegenüber den Discountern wieder an Vorteilen gewinnen. Trotz allem eignen sich die Papiere zur Beimischung und sollten bei guten Konditionen auch in Zukunft in keinem Depot fehlen.
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